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Der Heiligenkalender

Dieser Kalender bietet allen die Möglichkeit, etwas über ihren Namen und die dazugehörigen Heiligen oder Seligen zu erfahren. Hier finden sich Geschichten zu mehr als 1.800 Glaubensvorbildern. Es kann auch umgekehrt nach einem Datum gesucht werden, um die Namenspatrone eines bestimmten Tages zu erfahren. Autor der in der Datenbank vorliegenden Texte ist Mag. Josef Christian Kametler

Datum ausschliessen
Name: Johannes Nepomuk

16.05.

Johannes Nepomuk

Johannes Nepomuk, der „Brückenheilige“, wurde um 1350 zu Pomuk in der Nähe von Pilsen in Böhmen als Sohn eines Amtmannes geboren. An der 1348 gegründeten Universität in Prag - es war die erste Universität im damaligen Deutschland - erwarb der begabte Student den Doktor der Theologie. Wegen seiner Fähigkeiten erhielt er bald Zugang zu höheren kirchlichen Ämtern und wurde zum Generalvikar der Erzdiözese Prag ernannt. Doch seine Arbeit wurde wegen der andauernden Übergriffe durch König Wenzel IV., genannt „der Faule“, dem unfähigen, gewalttätigen Sohn von Kaiser Karl IV., immer schwieriger. Der kirchliche Würdenträger wurde schließlich auf königlichen Befehl gefangen genommen und misshandelt. Dann wurde er, zu einem Bündel zusammengeschnürt, von der Karlsbrücke in die Moldau gestoßen und ertränkt. - Es heißt, dies sei geschehen, weil der Priester dem jähzornigen, eifersüchtigen König nicht verraten habe, was die Königin gebeichtet hatte. Nach einem anderen, wohl nur legendenhaften Bericht soll der unmittelbare Anlass zu seiner Ermordung das Eintreten für einen Koch gewesen sein, der, weil eine Mahlzeit angebrannt war, vom König zum Tod durch Verbrennen verurteilt worden war. Sicher ist jedenfalls, dass Wenzel IV. einen unangenehmen Kritiker los werden wollte. “. + 20.3.1393. Johannes Nepomuk wurde bald als Idealgestalt des vertrauenswürdigen Priesters verehrt, dem man alle Nöte und Geheimnisse anvertrauen konnte. Sein Standbild auf der Karlsbrücke in Prag fand zahlreiche Nachbildungen und machte ihn zum beliebten „Brückenheiligen“. Johannes Nepomuk ist Patron von Böhmen, der Priester und Beichtväter, der Flößer, Schiffer und Müller sowie des Hauses Habsburg; weiters gilt er als Schutzheiliger gegen alle Wassergefahren, vor allem aber als Schutzherr des Beichtgeheimnisses und für Verschwiegenheit. Lostagsnregel : „Lacht zu Nepomuk die Sonne, dann gerät der Wein zur Wonne. Bringt er Regenschwaden, so nimmt der Wein noch Schaden.“ „Heiliger Johann Nepomuk, halt’ die Regengüsse zruck!“

StadtPrag Pilsen
BesonderheitenGewaltopfer
Datum: 23.05.

23.05.

Almerida (Alma) und Quintus

Almerida (Alma) starb gemeinsam mit Quintus und anderen Gefährten als Märtyrin in Nordafrika, wahrscheinlich während der Katholikenverfolgung durch den arianischen Vandalenkönig Geiserich im 5. Jhdt

LandAfrika
BesonderheitenMärtyrer

23.05.

Bartholomäus

Bartholomäus Agricola, ein Bauernsohn aus Bayern wurde Franziskanerpriester und ein glänzender Volksprediger. Ganz besonders nahm er sich der in Not Geratenen und der Gefangenen an. + 23.5.1621.

BesonderheitenSozialengagement

23.05.

Désiré (Desiderius; Désirée)

Desiderius (Désiré), seit 595 Bischof von Vienne, war ein in allen Wissenschaften bewanderter, gebildeter Mann. Auf Betreiben der Königin Brunhild wurde er abgesetzt und aus seinem Bistum verwiesen. Er konnte zwar für kurze Zeit wieder in sein Amt zurückkehren, wurde aber, da er weiterhin freimütig die von der germanischen Blutrache diktierte Rachsucht der Königin und ihres Gatten verurteilte, ermordet. + 611 (Désirée) Historisches: Brunhild, eine westgotische Königstochter, hatte 567 Siegbert, den König des fränkischen Teilkönigreiches Austrasien, geheiratet. Als Chilperich, der Herrscher des Teilkönigreichs Neustrien, seine Gemahlin, Brunhilds Schwester, auf Anstiften seiner Nebenfrau Fredegunde hatte ermorden lassen, trat das altgermanische Gebot der Blutrache in Kraft, und beide Könige fielen ihr zum Opfer. Brunhilde aber gelang es 596, das ganze Frankenreich zu vereinigen und als Regentin für lange Zeit die Herrschaft auszuüben. Zahlreiche weitere Mitglieder des merowingischen Königshauses wurden in der Folge Opfer der Blutrache der einen oder der anderen Partei. Als bereits 80-Jährige geriet Brunhild in Gefangenschaft des Sohnes ihrer Kontrahentin und wurde auf dessen Befehl an den Schweif eines Pferdes gebunden und zu Tode geschleift. - In ihrem Hass gegenüber Feinden, aber auch in ihrer Treue gegenüber Freunden war Königin Brunhild ganz ein Kind ihrer Zeit. Das Christentum war bei den Franken erst an der Oberfläche eingedrungen und konnte die heidnisch-germanische Auffassung von Ehre noch lange nicht verdrängen. - Der unbarmherzige Kampf der Königinnen und die als unvermeidlich angesehene Ausübung der Blutrache haben das Grundmotiv für das Nibelungenlied abgegeben, in das freilich auch christliche Motive eingeflochten sind. Brunhild, die von der anmutigen jungen Königin zur fürchterlichen Rächerin wurde, hat in der Heldensage in der Gestalt der Kriemhild (in geringerem Maße der Brunhild) ihren Niederschlag gefunden.

StandBischof
StadtVienne

23.05.

Renata (Renate, Renée)

Renate (Renata, Renée) von Lothringen, 1544 geboren, war durch Heirat Herzogin von Bayern geworden. Sie war ihren Untertanen bald eine gütige Landesmutter und Wohltäterin. Obwohl selbst Mutter von 10 Kindern, fand sie immer Zeit, sich um Arme, Kranke und Einsame zu kümmern. Fast ihr ganzes Privatvermögen gab sie für soziale Einrichtungen aus (u.a. ließ sie das Elisabeth-Spital in München errichten), sie selber gönnte sich nur das Notwendigste zum Leben. Ihr Gatte, Herzog Wilhelm V., der sie bei ihren guten Werken unterstützte, sagte einmal: „Wollte man die Liebe malen, so müsste man ein Porträt der Herzogin anfertigen; denn in ihr sind alle Eigenschaften der Liebe vereint.“ Am 20. April 1601 machte sie mit ihrem Gatten eine Wallfahrt zur Muttergottes nach Altötting, um eine gute Sterbestunde zu erbitten. In der Gnadenkapelle wurde sie plötzlich von Fieber geschüttelt; zu Hause angekommen, fühlte sie sich wieder gesund. Doch in der Nacht vom 22. auf den 23. Mai 1602 entschlief sie für immer.

BesonderheitenSozialengagement