Dieser Kalender bietet allen die Möglichkeit, etwas über ihren Namen und die dazugehörigen Heiligen oder Seligen zu erfahren. Hier finden sich Geschichten zu mehr als 1.800 Glaubensvorbildern. Es kann auch umgekehrt nach einem Datum gesucht werden, um die Namenspatrone eines bestimmten Tages zu erfahren. Autor der in der Datenbank vorliegenden Texte ist Mag. Josef Christian Kametler
Christina (Christine) von Spoleto, um 1434 geboren, hieß mit bürgerlichem Namen Christina Augusta Camozzi und war die Tochter eines aus dem Tessin (Schweiz) stammenden Arztes. Schon sehr früh wurde sie vermählt, verlor aber bereits nach wenigen Jahren den Gatten. Als vermögende junge Witwe führte sie nun ein fröhliches Leben, das nur noch auf Vergnügungen ausgerichtet war. Bald aber erschien ihr dieses Leben als inhaltslos. Innerhalb kurzer Zeit machte die vergnügungssüchtige Witwe eine vollkommene innere Wandlung durch und zog sich als Büßerin in ein Kloster in Spoleto (Umbrien) zurück. Auf Grund verschiedener Gnadenbeweise stand Christina binnen kurzer Zeit im Ruf der Heiligkeit. Die immer freundliche und gütige Wohltäterin wurde mit der Zeit von so vielen Menschen aufgesucht, dass sie manchmal vor ihnen fliehen musste. Die junge Ordensfrau war für viele mit Sorgen Beladene eine begnadete Trösterin und eine Ratgeberin von hoher Intelligenz, erstaunlichem Wissen und großem Einfühlungsvermögen. Die außergewöhnliche Frau, die so vielen Menschen in Leid und Sorgen helfen konnte, wurde bald als „Volksheilige“ verehrt. Doch ihr Leben ging sehr früh zu Ende. Erst etwa 22 Jahre alt, starb sie am 13.2.1456.
Christina, Märtyrin zu Bolsena (Lazio), war die Tochter heidnischer Eltern. Die Legende erzählt, die Christin sei in eine Schlangengrube geworfen worden. Da die giftigen Vipern ihr aber nichts zuleide taten, habe man sie durch einen Pfeilschuss, der sie mitten ins Herz traf, getötet. + 304.
Christina Mirabilis (d.i. "die Wunderbare") war ein Waisenkind und verdiente sich ihren Lebensunterhalt als Hirtin. Das einfache Mädchen soll zahlreiche (z.T. beglaubigte) mystische Erlebnisse gehabt haben. Sie starb um 1224 zu Sint Truiden (Belgien).
Christine von Stommeln, 1242 in der Nähe von Köln geboren, hatte mit 11 Jahren die erste Vision Christi, dessen Leiden sie in der Folge immer wieder miterlebte. Die Wundmale, die sie an Haupt, Händen und Füßen bis zu ihrem Tod am 6.November 1312 im Alter von 70 Jahren trug, sind mehrfach historisch bezeugt. Die Mystikerin lebte als Begine, als Mitglied einer religiösen Vereinigung nicht verheirateter Frauen und Witwen, die um 1200 in den Niederlanden entstanden war und sich Werken der Nächstenliebe, frommen Übungen und dem Unterricht widmete). (Die zu der spätmittelalterlichen Reformbewegung gehörenden Laienschwestern wurden im Spätmittelalter von der Inquisition als "Häretikerinnen" verfolgt und 1311 als "antiklerikale Laienbewegung", verboten, weil sie gegen die kirchliche Hierarchie auftraten.).
Christian (Christinus) von Meseritz stammte aus einfachen Verhältnissen und hatte sich, wie einige andere bereits christliche Polen, dem Mönch Benedikt, der aus Italien als Missionar nach Polen gesandt worden war, angeschlossen. Die Männer fristeten als Glaubensboten und Einsiedlermönche unter ärmlichen Bedingungen ein recht karges Leben. Eines Abends kamen fremde Männer zu ihnen, die sie freundlich aufnahmen und sie mit dem Wenigen, das sie hatten, bewirteten. Doch die Besucher gehörten zu einer Räuberbande, zeigten plötzlich ihr wahres Gesicht, misshandelten die Mönche und suchten "Schätze". Da sie aber bei den mittellosen Missionaren nichts Wertvolles finden konnten, gerieten die Räuber in Wut und erschlugen die frommen Männer. Dies geschah in der Nacht des 12.November 1003. Die sterblichen Überreste der ermordeten Glaubens-boten wurden später im Dom von Gnesen (Polen) beigesetzt.
Christine von Retters trug die Wundmale Christi. Sie pflegte die Kranken im Seuchenhaus ihres Klosters und starb schon im Alter von 22 Jahren um 1291.