Dieser Kalender bietet allen die Möglichkeit, etwas über ihren Namen und die dazugehörigen Heiligen oder Seligen zu erfahren. Hier finden sich Geschichten zu mehr als 1.800 Glaubensvorbildern. Es kann auch umgekehrt nach einem Datum gesucht werden, um die Namenspatrone eines bestimmten Tages zu erfahren. Autor der in der Datenbank vorliegenden Texte ist Mag. Josef Christian Kametler
Angel(ik)a von Foligno, die spätere Mystikerin und Visionärin, wurde sehr früh mit einem wohlhabenden Bürger verheiratet und stand wegen ihres angenehmen Äußeren im Mittelpunkt des gesellschaftlichen Lebens ihrer Heimatstadt. Aber allmählich kamen der jungen Frau Zweifel, ob dieses Leben des oberflächlichen Genießens ihr die Erfüllung bringen könne. Nach dem plötzlichen Tod des Gatten und der geliebten Mutter beschloss sie ihr bisheriges Leben von Grund auf zu ändern: Bereits 40 Jahre alt, wurde Angelika Franziskanerterziarin. Ihr Leben bestand von da an nur noch aus Gebet und selbstlosem Dienst am Nächsten. Krankheiten und Schmerzen ertrug sie mit großer Geduld und unerschütterlichem Gottvertrauen. Bald erlebte sie Visionen, in denen ihr Christus als Lichtgestalt erschien. Über diese sagte sie: "Ich sah Gott, aber fragst du, was ich sah, so sage ich nur, ich sah I h n - Ich sah eine Fülle von Klarheit und Licht, die mich so erfüllte, dass ich nicht imstande bin, es mit Worten auszudrücken..." + 4.1.1309.
Angelikus von Fiesole, bekannter unter dem Namen Fra Angelico, war einer der bedeutendsten Maler des 15.Jhdts. Seine Kunst ging völlig im Religiösen auf; seine Darstellungen sollten den Glauben stärken und vermehren. + 1455 zu Rom.
Gabriella Croissy, Charlotte Thouret, Angelika (Angélique) Roussell und 13 Gefährtinnen mussten als Märtyrinnen der Französischen Revolution zu Compiègne ihr Leben lassen. Die Karmelitinnen von Compiègne waren schon zu Beginn der Verfolgungen aus ihrem Kloster vertrieben worden und lebten nun versteckt in kleineren Gruppen zusammen. Am 22.Juni 1794, während der Zeit der Schreckensherrschaft ("La Grande Terreur") unter der Führung von Maximilien Robespierre, wurden 16 Schwestern aufgegriffen, verhaftet und in Ketten (!) gelegt, dann plötzlich nach Paris überstellt. Die Hände auf den Rücken gebunden, wurden die Ordensfrauen auf harte Pferdewagen geworfen und auf der Fahrt in die Hauptstadt von den bewaffneten Begleitern pausenlos schikaniert. Im Pariser Gefängnis litten sie unter Hunger und Durst und mussten die täglichen Quälereien der sadistischen Bewacher über sich ergehen lassen. Von einem Revolutionstribunal wurden sie am 17. Juli 1794 zum Tode ver-urteilt und noch am selben Tag durch das Schafott hingerichtet; Auf dem Blutgerüst beteten die Ordensfrauen gemeinsam, erneuerten Taufgelöbnis und Ordensgelübde. Dann mussten sie, eine nach der anderen, ihr Haupt unter das Fallbeil legen.