Dieser Kalender bietet allen die Möglichkeit, etwas über ihren Namen und die dazugehörigen Heiligen oder Seligen zu erfahren. Hier finden sich Geschichten zu mehr als 1.800 Glaubensvorbildern. Es kann auch umgekehrt nach einem Datum gesucht werden, um die Namenspatrone eines bestimmten Tages zu erfahren. Autor der in der Datenbank vorliegenden Texte ist Mag. Josef Christian Kametler
Franziska (Francesca) von Rom wollte schon mit 11 Jahren in ein Kloster eintreten, doch die Eltern verweigerten die Zustimmung. Mit 12 Jahren wurde sie an einen Standesgenossen verheiratet. Die recht glückliche Ehe währte 40 Jahre. - Franziska war eine außergewöhnliche Persönlichkeit, eine Frau der Tat, die immer wieder Hilfesuchenden in leiblicher und geistiger Not zur Seite stand. Um besser Hilfe leisten zu können, gründete sie eine klösterliche Vereinigung. Nach dem Tode des Gatten wurde Francesca selbst Oberin dieser karitativen Gemeinschaft. Franziska von Rom ist die Patronin der Frauen. + 9.3.1440. (Fanni, Fanny).
Francesco (Franz) de Hieronymo, 1642 in Grottaglie (Unteritalien) geboren, trat 1670 dem Jesuitenorden bei und wurde bald als Volksmissionar einer der berühmtesten Prediger seiner Zeit. Von ihm sind 10.000 Seiten Manuskripte von Predigten erhalten. Er predigte auf den Straßen („Straßenmissionen“), setzte Laienhelfer ein und baute soziale Hilfsorganisationen auf, errichtete Heime für gefährdete Mädchen, gründete einen Arbeiterverein mit Kranken- und Sterbekasse und nahm sich der Galeerensträflinge an. Man nannte ihn „Vater der Armen“. + 11.51716 in Neapel.
Franz (Francesco) Carácciolo verteilte, nachdem er von einer lebensgefährlichen Krankheit wie durch ein Wunder genesen war, sein Hab und Gut unter die Armen und empfing 1587 die Priesterweihe. Dann schloss er sich einer Gemeinschaft von Priestern an, die es sich zur Aufgabe gemacht hatte, zum Tode Verurteilte auf ihren letzten Gang vorzubereiten und Galeerensträflinge seelsorgerisch zu betreuen. Zur besseren Unterstützung ihrer Tätigkeit rief Francesco Carácciolo 1588 den Orden der „Minderen Regularkleriker“ ins Leben. Es war ein dorniger Weg, den er ausgewählt hatte, denn seine Bemühungen waren, auch wenn er seine ganze Liebe hingab, nur zu oft ohne jeden Erfolg. Der aufopferungsvolle Seelsorger und Freund der Ärmsten der Gesellschaft starb im Alter von 44 Jahren am 4. Juni 1608.
Franz von Assisi war der Sohn eines reichen Kaufmanns, der mit einer Französin verheiratet war. Der Vater nannte ihn zärtlich „Francesco“, d.h. „mein kleiner Franzose“, weil der Junge von der Mutter ganz wie ein Franzose erzogen wurde. Giovanni Bernardone, so war sein richtiger Name, wurde ein lebenslustiger junger Ritter. Aber schon bei seinem ersten militärischen Einsatz geriet er in Kriegsgefangenschaft. Die folgende Kerkerhaft veränderte das Leben des verwöhnten Kaufmannssohnes von Grund auf. Er wollte fortan nur noch ein „Ritter Gottes“ sein und verzichtete auf das reiche väterliche Erbe. Als er alles an die Armen verschenken wollte, wurde er aber ohnehin vom erzürnten Vater enterbt. Francesco verließ seine bisherige Umgebung, um als „Poverello“, als „Ärmster unter den Armen“, zu leben. Bald schlossen sich ihm Gleichgesinnte an, meist junge Adelige und Bürgersöhne, die mit ihm predigend durch ganz Umbrien zogen. Jeder hatte zuvor Armut geloben müssen, daher nannten sie sich „Minores“, d.h. „die Minderen“. Die Bestätigung durch den Papst (1210) war die Geburtsstunde des ersten Bettelordens. Neben dem kleinen Kirchlein Santa Maria degli Angeli (Maria von den Engeln), das sie Portiuncula („kleines Teilchen“) nannten, errichteten die Mönche mit eigenen Händen ein recht ärmliches Häuschen, das zum Stammkloster der Franziskaner werden sollte. Mit seiner Jugendfreundin Clara von Assisi (siehe 11.8.) gründete Francesco 1212 einen weiblichen Zweig der Franziskaner, die Klarissinnen. Franz von Assisi hatte Einfluss auf Kirche und Gesellschaft seiner Zeit wie kaum eine andere Persönlichkeit. Er war erfüllt von einer grenzenlosen Liebe zu allen Geschöpfen. Ja, er soll sogar die Fähigkeit besessen haben, mit den Tieren zu sprechen. Im Jahr 1224 traten bei ihm zum ersten Mal die Wundmale Christi auf. Es ist dies die erste bezeugte Stigmatisierung. Der charismatische Glaubensverkünder wurde vom Volk bald wie ein Heiliger verehrt. Auf seinem Sterbelager musste er bewacht werden, da überall „Händler“ darauf lauerten, von dem Heiligen Reliquien zu ergattern, die sie teuer veräußern konnten. Am 3. Oktober 1226 starb Franz von Assisi, bereits 1228 wurde er heilig gesprochen. Seine sterblichen Überreste mussten aus Angst vor Reliquienräubern an einer geheimen Stelle vergraben werden und wurden erst Jahrhunderte später wieder aufgefunden. Der Kult um den Heiligen breitete sich mit fast unglaublicher Geschwindigkeit über das ganze Abendland aus Franziskus ist Hauptpatron Italiens, Patron der Diözese Basel, der Armen, der Kaufleute, Flachshändler, Weber, Schneider, Tuchhändler, neuerdings aber auch der Sozialarbeiter und des Umweltschutzes. - (Frank, Franco, Francis, Ferenc, Ferry, Paco, Pancho, François)
Francesca-Saveria (Franziska Xaveria) Cabrini war die Tochter einfacher italienischer Bauern aus der Lombardei und war eines von 13 Geschwistern. Schon als junges Mädchen kümmerte sie sich fürsorglich um verwahrloste Kinder. Deshalb übertrug man ihr, als sie 24 Jahre alt war, die Leitung eines Pensionats. Mit 30 rief sie die Kongregation "Missionarinnen vom Heiligsten Herzen" ins Leben. 1888 ging sie nach New York und gründete mit ihren Helferinnen in vielen Großstädten der U.S.A. (später auch in Süd-amerika) Spitäler, Schulen und Heime. Vor allem kümmerten sich die Schwestern aber um Einwanderer, die mit den Verhältnissen in der neuen Heimat nicht zurechtkamen. Die erste Heilige der Vereinigten Staaten starb am 22.Dezember 1917 in Chikago.