Dieser Kalender bietet allen die Möglichkeit, etwas über ihren Namen und die dazugehörigen Heiligen oder Seligen zu erfahren. Hier finden sich Geschichten zu mehr als 1.800 Glaubensvorbildern. Es kann auch umgekehrt nach einem Datum gesucht werden, um die Namenspatrone eines bestimmten Tages zu erfahren. Autor der in der Datenbank vorliegenden Texte ist Mag. Josef Christian Kametler
Margarethe (Margit, Margitta) war die Tochter von König Béla IV. von Ungarn. Als die Mongolen 1241 mordend und plündernd in sein Land eingefallen waren, von den Nachbarn aber keinerlei Hilfe zu erwarten war, weihte der Ungarnkönig sein Töchterlein Gott und übergab es im Alter von drei Jahren den Nonnen von Veszprém zur Erziehung. Die Prinzessin blieb auf eigene Entscheidung hin im Kloster, lehnte alle Heiratsanträge zum Missfallen des Vaters ab, selbst den des Königs von Polen und den des mächtigen Karl von Anjou. Der später wieder versöhnte Vater baute für seine tief gläubige Tochter auf der Haseninsel in der Donau, die nach ihr später Margareteninsel (Margitsziget) genannt wurde, ein Kloster. Hier lebte die Königstochter freiwillig in Armut und pflegte Schwerstkranke und solche, die wegen ihres ekelerregenden Zustandes niemand anrührte. + 18.1.1270.
Margaretha (Margarete), Jungfrau und Märtyrin zu Antiochia (in der griechischen Kirche heißt sie Marina), war lange Zeit eine der populärsten Heiligen. Doch wohl gerade des-wegen ist ihre Lebensgeschichte von zahlreichen Legenden umrankt. Sie soll die Tochter vornehmer heidnischer Eltern gewesen sein, wurde aber von der Amme als Christin erzogen. Weil sie sich vom christlichen Glauben nicht abwenden wollte, wurde sie vom Vater verstoßen. Wegen ihrer außergewöhnlichen Schönheit hielt der Statthalter um ihre Hand an. Als er das Mädchen zum ersten Mal sah, soll er zu seinen Dienern gesagt haben: "Geht und holt mir die schöne Jungfrau! Ist sie von edler Geburt, so will ich sie zur Ehe nehmen, ist sie eine Magd, so soll sie meine Beischläferin sein." Da sich Margaretha aber weigerte, einen Heiden zum Mann zu nehmen, wurde sie - nach grausamen Martern - mit dem Schwert hingerichtet. Margarethas Attribut ist ein Drache ("Wurm"). Er ist das Symbol des Bösen, des Teufels, dessen Versuchungen sie widerstanden und den sie besiegt hatte. Ihr Martyrium soll um das Jahr 305 stattgefunden haben. Margaretha von Antiochia ist die Patronin der Bauern, der jungen Mädchen, aber auch der Ehefrauen und Ammen und wurde ebenso bei einer schweren Geburt wie bei Unfruchtbarkeit angerufen. Ihr Name war einer der ersten fremden Heiligennamen, die im Spätmittelalter die einheimischen zu verdrängen begannen. - Margaretha war, wie Katharina und Barbara, eine der drei weiblichen Nothelfer (von insge-samt 14). Ein altes Sprüchlein lautet: "Die Gretl mit dem Wurm, die Bärbl mit dem Turm, die Kathl mit dem Radl - das sind die drei heiligen Madl." Von den "drei heiligen Madln" ist Margaretha die Beschützerin des Nährstandes, Katharina Beschützerin des Lehrstandes und Barbara Beschützerin des Wehrstandes. (Margit, Greta, Margot, Marga, Meta, Grit(li), Marita, Marjorie, Greetje). Bauernregeln: "Hat Margaret keinen Sonnenschein, so kommt das Heu nicht trocken herein." "Margarete bringt den Flachs auf die Beete."
Margarethe (Margot, Marguerite), Herzogin von Lothringen, sah von Kindheit an die hl Elisabeth von Thüringen (siehe 19.11.) als ihr angestrebtes Vorbild an. Und so war es nicht verwunderlich, dass auch sie weithin als Wohltäterin bekannt wurde. + 2.11.1521.