Dieser Kalender bietet allen die Möglichkeit, etwas über ihren Namen und die dazugehörigen Heiligen oder Seligen zu erfahren. Hier finden sich Geschichten zu mehr als 1.800 Glaubensvorbildern. Es kann auch umgekehrt nach einem Datum gesucht werden, um die Namenspatrone eines bestimmten Tages zu erfahren. Autor der in der Datenbank vorliegenden Texte ist Mag. Josef Christian Kametler
Caroline de Malberg, eine nicht sehr glücklich verheiratete Frau aus Metz (Lothringen), gründete 1872 für weltliche Frauen, die lernen wollten, sich zu vervollkommnen, ihre Kinder richtig zu erziehen und den christlichen Geist in ihrer Familie zu fördern, die "Gesellschaft der Töchter des hl Franz von Sales". + 28.1.1891.
Fridolin von Säckingen kam in der Zeit der Merowinger (6./7. Jhdt) als Glaubensbote zu den Alemannen am Oberrhein, zog predigend durch das Elsass, den Schwarzwald und die Schweiz und konnte viele für das Christentum gewinnen. Er rodete, ließ Kapellen erbauen und gründete Klöster. Die Menschen waren ihm wegen seiner großen Güte und Hilfsbereitschaft zugetan und verehrten ihn. Auf der Rheininsel Säckingen errichtete er das Hilarius-Kloster, in dem er nach seinem Tod bestattet wurde.- Fridolin ist Patron des Kantons Glarus, von Säckingen und der Schneider, Schutzheiliger gegen Viehseuchen, Feuer- und Wassergefahr, Bein- und Armleiden sowie für eine günstige Witterung. Historischer Exkurs (Friedrich Schiller hat mit seiner Ballade "Der Gang zum Eisenhammer" zur Bekanntheit des Alemannenmissionars beigetragen)
Orsina (Ursula, Orsolina) Venerii, 1375 in Parma (Norditalien) geboren, hatte von Kindheit auf mystische Erlebnisse. Ihre Versuche, im Abendländischen Schisma zwischen dem Papst in Rom und dem Gegenpapst in Avignon zu vermitteln - beide suchte sie persönlich auf - blieben ohne Erfolg. Wegen ihres politischen und religiösen Einsatzes wurde sie aus ihrer Heimatstadt ausgewiesen und starb am 7.41410 in der Verbannung in Verona.
Caroline Gerhardinger (On:Sr.Theresia von Jesus) war 1797 nahe Regensburg als Tochter eines angesehenen Schiffsmeisters zur Welt gekommen. Sie wurde Lehrerin und war in ihrem Beruf glücklich. Der Regensburger Bischof Michael Wittmann (siehe 8.3.) ermunterte die be-geisterte Pädagogin, eine zeitgemäße Kongregation für Mädchenerziehung zu schaffen, die ihre Absolventen vor allem auf das Leben vorbereiten sollte. So wurden die Kongregation der "Armen Schulschwestern Unserer Lieben Frau" aus der Taufe gehoben, die sich bis nach Nordamerika ausbreitete. Mutter Theresia war fast 50 Jahre lang Generaloberin. + 9.5.1879. (Karla, Lina, Carola).
Hermine Grivot, Pauline Jeuris und fünf weitere Franziskanerschwestern arbeiteten als Lehrerinnen auf einer Missionsstation in der Provinz Shiansi in China. Während des "Boxer-aufstandes" wurden sie gemeinsam mit 20 Europäern und chinesischen Christen, nachdem Aufständische das Missionsgebäude besetzt hatten, "hingerichtet". Sie starben am 9.Juli 1900. Historisches: Im 19.Jhdt wurde das große, aber schwache Chinesische Reich, "der tönerne Koloss", immer mehr von fremden Mächten bedroht. Als der Kaiser ein Opiumverbot erließ, erklärte Großbritannien 1840 den Krieg. China musste danach nicht nur die uneingeschränkte Opiumeinfuhr aus Britisch Indien gestatten, sondern auch noch Hongkong an England verpachten. Japan eignete sich Formosa (Taiwan) und Korea an. Auch Rußland annektierte chinesisches Gebiet. Die Mandschu-Kaiserin war aber nicht gewillt, längst fällige Reformen durchzuführen, um das Land im Inneren zu stärken. - Im Frühjahr 1900 leitete die Besetzung des Gesandtschaftsviertels in Peking durch Angehörige eines ausländerfeindlichen Geheimbundes den "Boxeraufstand" ein. Das gab den Auftakt zu einem fürchterlichen Blutbad unter den schutzlosen Missionaren auf dem offenen Lande und chinesischen Christen, die als "Kollaborateure" beschimpft wurden. Zwischen 50 000 und 100 000 Christen starben unter den grausamsten Martern. Nicht nur Kirchen und Missionsstationen wurden zerstört, auch Waisen- und Krankenhäuser. Deren Insassen, selbst kleine Kinder, wurden niedergemacht. - Die Großmächte aber triumphierten: Eine "Strafexpedition" konnte dem Aufstand in der Hauptstadt nach 55 Tagen ein Ende setzen.)
Karl Borromäus, Erzbischof von Mailand, war d e r bahnbrechende Kirchenreformer der Gegenreformation. Der 1538 geborene Sohn einer hochadeligen Familie begann bereits mit 14 Jahren das Studium der Rechte an der Universität Pavia. Erst 21 Jahre alt, wurde der talentierte junge Mann Sekretär des Papstes, mit dem er allerdings verwandt war. Er empfing die Priesterweihe und wurde mit 25 Jahren zum Erzbischof von Mailand ernannt. Doch er lebte nicht wie so viele andere Protektionskinder nur von den Einkünften seines Bistums, er widmete sich mit ganzer Kraft dem Wiederaufbau der verwahrlosten Diözese und der Hebung der Religiosität bei Volk und Klerus. Da ihm bewusst war, wie sehr das Ansehen der niedrigen Geistlichkeit durch Unwissen und Aberglauben ge-schwunden war, gründete er Seminare für die Ausbildung des Priesternachwuchses. Auf dem Reformkonzil von Trient (1545-1563) war der junge Bischof von Mailand eine der tonangebenden Persönlichkeiten der Erneuerung. Besonders großen Widerstand gegen längst notwendige Reformen leisteten dabei die Kanoniker aus jenen hochgestellten Familien, denen traditionellerweise die Besetzung eines Bischofssitzes zugesichert war, ganz gleich, ob der Betreffende für das hohe geistliche Amt geeignet war oder nicht. Ihr großer Einfluss war vielfach auch das Hindernis für eine radikalere Reform der katholischen Kirche. Durch den ständigen Kontakt mit Volk und Klerus - unwürdige Priester setzte er einfach ab - konnte Carlo Borromeo die Moral in seinem Bistum heben und Missbräuche, wie z.B. das Konkubinat vieler Geistlicher (die Ehelosigkeit der niedrigen Weltgeistlichen wurde zwar schon lange gefordert, aber erst auf dem Konzil von Trient kirchengesetzlich festgelegt.) und abergläubische Praktiken im Volk, abstellen. Er kümmerte sich intensiv um Kranke und Arme, besorgte mit eigenen Mitteln und aus Spenden Nahrungsmittel, Kleider, Medikamente und Unterkünfte für die Bedürftigen. Während der Pestepidemie von 1576 betreute er monatelang persönlich Kranke und Sterbende. Am 3.November 1584 war das Lebenslicht des "Märtyrers der Nächstenliebe" erloschen. Er war erst 46 Jahre alt. Seine Lebenskraft hatte er frühzeitig aufgezehrt, sein Beispiel aber lebte fort, fand viele Nachahmer und trug unendlich viel zur Erneuerung der katholischen Kirche bei. Historisches Der hohe Klerus, bestehend aus Söhnen adeliger Familien, denen allein Bischofsstellen zustanden, war um 1500 durchwegs in erschreckender Weise verweltlicht, hatte zur christlichen Religion und ihren Geboten kaum noch Beziehung und kümmerte sich auch nicht um Bildung und Moral der niedrigen Geistlichkeit. Die Bischofswürde war zu einem einträglichen weltlichen Amt verkommen. - Kirchenvertreter und Religion hatten, als Martin Luther auftrat, oft kaum noch etwas gemeinsam. Bauernregel: "Wenn's an Karolus stürmt und schneit, dann lege deinen Pelz bereit, und heiz' den Ofen wacker ein, bald zieht die Kälte bei dir ein!"
Karolina Kozka, ein polnisches Mädchen, wurde zu Beginn des Ersten Weltkrieges von einem russischen Soldaten, dem sie nicht gefügig war, erstochen. + 18.11.1914.