Der Heiligenkalender

Dieser Kalender bietet allen die Möglichkeit, etwas über ihren Namen und die dazugehörigen Heiligen oder Seligen zu erfahren. Hier finden sich Geschichten zu mehr als 1.800 Glaubensvorbildern. Es kann auch umgekehrt nach einem Datum gesucht werden, um die Namenspatrone eines bestimmten Tages zu erfahren. Autor der in der Datenbank vorliegenden Texte ist Mag. Josef Christian Kametler

Datum ausschliessen
Name: Pius (Pia)

21.08.

Pius (Pia)

Pius X., Papst, wurde 1835 als Giuseppe Sarto in dem Dorf Riése in Venetien geboren. Die Kinder- und Jugendjahre verbrachte der Sohn einfacher Bauersleute in großer Armut. Nur unter vielen Opfern konnten die Eltern den blitzgescheiten Buben auf eine Höhere Schule schicken. Ein Hochschulstudium wurde dem begabten Studenten dann durch die Hilfe des Patriarchen von Venedig ermöglicht. Bereits mit 23 Jahren konnte der Bauernsohn die Priesterweihe empfangen. 17 Jahre lang war er dann an verschiedenen Orten Kaplan und schließlich Pfarrer. 1875 wurde Giuseppe Sarto Domherr in Treviso. Im Jahre 1884, er war inzwischen zu großem Ansehen gelangt, erfolgte seine Weihe zum Bischof von Mantua. 1903 bestieg der bescheidene Mann als Pius X. den päpstlichen Stuhl. Der Papst bäuerlicher Abkunft ging, obwohl manche seine Ansichten für konservativ hielten, als großer Reformpapst in die Geschichte ein. Sein Wahlspruch lautete: „Alles in Christus erneuern.“ Er reformierte das Messbuch, den Kalender, das Brevier (Stundengebet) der Priester, förderte die frühe Erstkommunion und den häufigeren Empfang der Eucharistie. Er erneuerte und vertiefte das religiöse Leben bei Klerus und Volk und sorgte für eine dringend notwendige Verbesserung der Priesterausbildung. Während seines Pontifikats erlebt Papst Pius X. immer nur - entweder begeisterte Zustimmung oder völlige Ablehnung. Doch von seinem einmal eingeschlagenen Weg konnte ihn niemand und nichts abbringen. Im Alter von fast 80 Jahren starb der Papst aus dem Bauernstand am 20.August 1914, kurz nachdem der Erste Weltkrieg ausgebrochen und eine fast ein halbes Jahrhundert andauernde friedliche Epoche zu Ende gegangen war. (Pia)

StandPapst
BesonderheitenReformer
Datum: 23.03.

23.03.

Merbod (Marbod)

Merbod (Marbod, Merbot), Einsiedler und Seelsorger in Alberschwende im Bregenzer Wald (Vorarlberg), erfreute sich bei seinen Pfarrkindern, es waren vielfach Hirten- und Viehzüchterfamilien, großer Beliebtheit. Eines Tages fand man ihn mit tiefen Wunden am Kopf tot auf dem Boden liegend. Er war das Opfer von Raubmördern geworden. + 23.3.1110.

StadtBregenz
BesonderheitenEinsiedler Gewaltopfer

23.03.

Otto

Otto von Ariano (östlich von Neapel) verdiente sich zuerst als Soldat sein Brot. Er geriet in Gefangenschaft, wurde aber auf wunderbare Weise befreit. Dankbar wandte er sich darauf-hin Gott zu. Seinen Lebensunterhalt verdiente er sich fortan nur noch als Schuhflicker und als hilfsbereiter Fremdenbeherberger. + 23.3.1120.

StadtNeapel

23.03.

Rebekka

Rebekka Ar Rayès überlebte 1860 nur knapp einen Überfall der Drusen auf die christlichen Maronitendörfer im Libanon. In der Folgezeit wurde sie von schweren körperlichen und auch seelischen Leiden heimgesucht, zuletzt wurde sie gelähmt. Doch alles ertrug sie, ohne zu klagen und opferte ihre Schmerzen Gott auf. Nach ihrem Tod im hohen Alter von 82 Jahren wurde das Grab der opferbereiten Dulderin das Ziel vieler Wallfahrer. + 23.3.1914. Historischer Exkurs (Auf Betreiben der Westmächte unterzeichnete der türkische Sultan 1856 ein Dekret, wonach alle religiösen Minderheiten den moslemischen Staatsbürgern gleichgestellt werden sollten. Viele "rechtgläubige" Moslems empfanden das wie einen Schlag ins Gesicht. 1200 Jahre lang waren die Christen Bürger zweiter Klasse gewesen und außerhalb des Gesetzes gestanden. Jetzt sollte das anders ein? - Vor allem in den arabisch sprechenden Gebieten des Osmanischen Reiches brachen alte Ressentiments auf. Die Moslems in Syrien, vor allem die Drusen, eine Art schiitischer Geheim- sekte im Libanon, gingen zum offenen Angriff gegen die Christen über. Einer der Initiatoren des folgenden blutigen Dramas war der Gouverneur von Beirut, Khurud Pascha. Als Anlass für die Ver-folgungen wurde 1860 ein unbedeutender Streit zwischen einem Drusen und einem jungen Christen vorgeschoben. - Vom 30. Mai bis 26. Juni 1860 wurde fast jedes christliche Dorf im Libanon über-fallen und durch fanatische Drusenhorden geplündert und gebrandschatzt. Etwa 6 000 Christen wurden niedergemacht. Dem Abt eines maronitischen Klosters wurde bei lebendigem Leib die Haut abgezogen, keiner der christlichen Mönche überlebte das Massaker.

BesonderheitenGewaltopfer

23.03.

Toribio

Toribio Alfonso Mongrovejo, Erzbischof von Lima, gehört zu den bedeutendsten Kirchen-gestalten der Neuen Welt. Während seiner 17-jährigen Amtszeit reformierte er das religiöse (und bürgerliche) Leben in ganz Peru. Vor allem trat er, trotz des großen Unverständnisses, das sich ihm entgegenstellte, als Vorkämpfer gegen die Unterdrückung der Indios auf. Der Kämpfer im Bischofsornat starb während einer beschwerlichen Visitationsreise in einem ab-gelegenen Indianerdorf am 23.März 1606. Noch heute wird Toribio Mongrovejo von den Indios mit besonderer Innigkeit verehrt.

StadtLima
BesonderheitenReformer