Der Heiligenkalender

Dieser Kalender bietet allen die Möglichkeit, etwas über ihren Namen und die dazugehörigen Heiligen oder Seligen zu erfahren. Hier finden sich Geschichten zu mehr als 1.800 Glaubensvorbildern. Es kann auch umgekehrt nach einem Datum gesucht werden, um die Namenspatrone eines bestimmten Tages zu erfahren. Autor der in der Datenbank vorliegenden Texte ist Mag. Josef Christian Kametler

Datum ausschliessen
Name: Pol

09.02.

Apollonia (Lona, Loana, Lonny, Polly, Abelone)

Apollonia ist eine jener frühchristlichen Blutzeugen, über die wir authentische Zeugnisse besitzen. Sie betätigte sich wahrscheinlich als Diakonissin im ägyptischen Alexandria. Zu einer Zeit, in der es gar keine öffentlichen Christenverfolgungen gab, wurde Apollonia während eines vom heidnischen Pöbel der Stadt inszenierten Pogroms gemeinsam mit anderen Christen schwer misshandelt. Eine zeitgenössische Quelle berichtet, man habe der schon etwas älteren Frau alle Zähne ausgeschlagen und das Kinn zertrümmert. In einer späteren Überlieferung heißt es, sie sei nach den schwerem Misshandlungen verbrannt worden. Apollonia wurde zur Patronin der Zahnärzte und zur Schutzheiligen gegen Zahnschmerzen erwählt. Das Martyrium soll an einem 9.Februar um das 249 stattgefunden haben. Historischer Exkurs (Diakonissinnen arbeiteten als Seelsorgerinnen, sie erfüllten die Aufgaben eines Priesters - vor allem im karitativen Bereich. Sie betreuten die Mitglieder der Gemeinde, predigten, führten Beichtgespräche und spendeten die Kommunion. Nur das Messelesen war den Priestern vor-behalten.). Wetterregel: "Ist's an Apollonia feucht, der Winter erst sehr spät entfleucht." .

BesonderheitenMärtyrerin

23.02.

Polykarp

Polykarp, wurde vom Apostel Johannes zum Bischof von Smyrna (Izmir/Türkei) eingesetzt. Nach seiner Rückkehr von einer Reise zu Papst Anicet nach Rom (156) forderte der heidnische Pöbel seiner Stadt den Tod des alten Mannes. Der 86-Jährige wurde zum Tod auf dem Scheiterhaufen verurteilt. Im Amphitheater sollte er vor einem sensationsgierigen Publikum öffentlich verbrannt werden. Doch die Flammen verletzten den Bischof nicht, und deshalb wurde er erstochen. Die Beschreibung seines Martyriums, die noch in seinem Todesjahr verfasst wurde, ist der älteste Bericht über das Schicksal eines christlichen Märtyrers. + 23.2.156. Polykarp ist Schutzheiliger gegen Ohrenschmerzen und Ohrenkrankheiten.

StandBischof
StadtIzmir (Smyrna)
BesonderheitenMärtyrer

11.06.

Paula (Paola, Pola, Paoletta)

Paula (Paola) Frassinetti, geboren 1809 in Genua, war 12 Jahre alt, als die Mutter starb. Nun musste sie, als ältestes der Mädchen, den väterlichen Haushalt führen und für die jüngeren Geschwister sorgen, bis ihre Gesundheit immer schwächer wurde. Gerade noch rechtzeitig holte ein älterer Bruder, der Landpfarrer von Quinto war (und ähnlich segens-reich wirkte wie Johannes Vianney), das schwer kranke Mädchen zu sich. Doch kaum hatte sich ihre Gesundheit wieder stabilisiert, unterstützte Paola den Bruder aktiv bei seiner sozialen Tätigkeit und begann sich um andere vom Leben benachteiligte Mädchen zu kümmern. Aus dieser Fürsorge heraus entstand schließlich um 1835 die "Kongregation der Schwestern von der heiligen Dorothea", deren Mitglieder sich um die Erziehung von Mädchen, vor allem aus ärmlichen Verhältnissen, kümmern. Die Gemeinschaft breitete sich bald über ganz Italien, und schließlich auch noch über seine Grenzen hinaus, aus. Die Ordensgründerin starb am 11. Juni 1882 in Rom.

StadtGenua
BesonderheitenOrdensgründerin Sozialengagement

23.07.

Apollinaris

Apollinaris war der erste Bischof von Ravenna. Angeblich war er mit dem Apostel Petrus nach Rom gekommen und von diesem nach Oberitalien als Glaubensbote entsandt worden. Er wurde um das Jahr 75 von aufgebrachten Heiden überfallen und so schwer misshandelt, dass er starb. - Ihm zu Ehren wurde im 6. Jhdt die berühmte Basilika San Apollinare in Ravenna errichtet. Auch die arianische Hofkirche des Gotenkönigs Theoderichs des Großen wurde später Apollinaris geweiht (San Apollinare nuovo). Der Heilige ist Patron von Ravenna, Düsseldorf und Remagen, wo sich der Apollinarisberg zu einem beliebten Wallfahrtsort entwickelt hat. Weiters ist Apollinaris Schutzheiliger gegen Steinleiden (Gallen- und Nierensteine), Gicht und Geschlechtskrankheiten. Historisches: Schon im Jahre 534 wurde mit dem Bau der berühmten Basilika San Apollinare in Classe begonnen, die heute etwa 5 Kilometer außerhalb von Ravenna steht. Hier befand sich einst der geschäftige Adriahafen Classe, der durch die Anschüttungen des Po völlig versandete, so dass die Stadt weiter in Richtung Meer wandern musste

StandBischof
StadtRavenna

30.07.

Leopold / Bogdan

Leopold von Castelnuovo (Hercegnovi) wurde im Jahr 1866 als Bogdan Mandic im damals zu Österreich gehörenden Dalmatien geboren. Mit 18 Jahren trat der Kroate in Venedig dem Kapuzinerorden bei und wollte an einer Wiedervereinigung mit der orthodoxen Kirche mitwirken. Doch dieser Wunsch wurde nicht erfüllt. Er hatte andere Aufgaben zu bewältigen, die ihn fast aufrieben. Wegen seiner aufrichtigen Liebe zu den Menschen und seinem großen Einfühlungsvermögen („Herzensschau“) wurde er bald zu einem gesuchten Beichtvater. Rund 40 Jahre lang hörte er Tag für Tag, oft bis zu 15 Stunden täglich, die Beichte und spendete den Menschen Trost, selbst dann noch, als seine Gesundheit schon stark angegriffen war. Pater Leopold besaß die Gabe der Prophetie und trug die Wundmale Christi. Als er 1942 starb, umgab ihn bereits der Ruf der Heiligkeit. 24 Jahre nach seinem Tod fand man seinen Leib noch völlig unversehrt auf. Sein innigster Wunsch aber, die Glaubensspaltung in seiner jugoslawischen Heimat überwinden zu können, war zeit seines Lebens nicht in Erfüllung gegangen. + 30.7.1942

BesonderheitenMystiker

13.08.

Hippolyt

Hippolyt, der erste Gegenpapst der Geschichte, war ein bedeutender und einflussreicher Kirchenschriftsteller. Er starb, nachdem er auf sein Amt bereits längst verzichtet und somit das Schisma beendet hatte, im Jahr 236 in der Verbannung auf Sardinien. Die Schwerstarbeit in den Bergwerken hatte seine Gesundheit zu Grunde gerichtet. Ein Märtyrer gleichen Namens, Hippolyt der Soldat, soll ein christlicher Offizier gewesen sein und 258 das Martyrium erlitten haben. Er ist Patron von Stadt und Bistum St. Pölten in Niederösterreich sowie Schutzheiliger der Pferde und der Gefängniswärter. Die Legende machte Hippolyt zum Gefängniswächter des hl Laurentius, der sich zum Christentum bekehrte. Daraufhin soll der Soldat von Pferden zu Tode geschleift worden sein. Anmerkung: Das Motiv des Zu-Tode-geschleift-Werdens ist wohl der griechischen Mythologie entnommen, in der Hippolyt, der Sohn von König Theseus, der seine junge Stiefmutter Phädra zurückgewiesen hatte, von ihr verleumdet und daraufhin von Pferden zu Tode geschleift wurde

StandPapst

15.08.

Napoleon

Napoleon war ein Märtyrer, der während der Dionkletianischen Christenverfolgung um das Jahr 300 in Alexandria (Ägypten) sterben musste. Anmerkung: Napoleon Bonaparte, der Kaiser der Franzosen, erhielt diesen Namen, weil der 15. August (1769) sein Geburtstag war.

StadtAlexandrien
BesonderheitenMärtyrer

02.09.

René , Oliver, Salomon , Apollinaris , Gilbert, Denis

Als Märtyrer der Französischen Revolution starben am 2.September 1792 im aufgelassenen Kloster der Karmelitinnen in Paris u.a. 95 Geistliche, deren Namen bekannt sind. 21 weitere Priester wurden am selben Tag mit anderen "Saboteuren" in der aufgelassenen Abtei von Saint Germain von Milizsoldaten und fanatisiertem Pöbel mit Bajonetten erstochen. Am 3. September waren unter den im Lazaristen-Seminar in Paris Ermordeten 72 namentlich bekannte Priester und Ordensleute. Eine genauere Zahl der Opfer der "Säuberungen" lässt sich nicht ermitteln. Die Massaker, die in den folgenden Tagen fortgesetzt wurden, gingen in die Geschichte als die "Septembermorde" ein. René Nativelle, war ein junger Kaplan, der gerade seine erste Stelle in der Pfarre Argenteuil nahe Paris angetreten hatte, + 2.9.1792, Oliver (Olivier) Lefebvre arbeitete als Seelsorger im Krankenhaus "A Misericordia" in Paris, + 2.9.1792 Salomon Leclercq (Taufname: Nicolas), war Lehrer und Sekretär der Christlichen Schul-brüder in Paris, + 2.9.1792 Apollinaris Morel (Taufname: Jean-Jacques), ein gebürtiger Schweizer, war Vikar für die deutsche Bevölkerung (rund 5 000 Katholiken) in Paris, + 2.9.1792. Gilbert Fautrel war Seelsorger im Hospiz für Findelkinder in Paris, + 3.9.1792, Denis Duval arbeitete als Seelsorger im "Krankenhaus der Unheilbaren" in Paris, +3.9.1792. Anmerkung: Als Märtyrer der Französischen Revolution starben am 2.September 1792 im aufgelassenen Kloster der Karmelitinnen in Paris u.a. 95 Geistliche, deren Namen bekannt sind. 21 weitere namentlich bekannte Priester wurden am selben Tag mit anderen „Saboteuren“ in der aufgelassenen Abtei von Saint Germain von Milizsoldaten und fanatisiertem Pöbel mit Bajonetten erstochen. Die Massaker, die in den folgenden Tagen fortgesetzt wurden, gingen in die Geschichte als die „Septembermorde“ ein. Historisches: Am 10. August 1792 hatten die Massen aus den Pariser Vorstädten, weil die Lebensmittelpreise gestiegen waren, die Tuilerien erstürmt und die Schweizer Garde niedergemetzelt. König Ludwig XVI. hatte, um Blutvergießen zu vermeiden, die Einstellung des Feuers befohlen. Der König und seine Familie, Königin Marie Antoinette und die beiden Kinder, Kronprinz Ludwig und Prinzessin Marie Thérèse, wurden in das Staatsgefängnis, den Temple, gebracht. Der führende Organisator des Umsturzes war der Volkstribun Georges Danton. Um das Volk von der katastrophalen wirtschaftlichen Lage abzulenken, benötigte man Sündenböcke, und daher ordnete er die Verhaftung und Ermordung von „Saboteuren“ an. So wurden im August und September 1792 in ganz Frankreich alle Geistlichen, die den Eid auf die „Zivilkonstitution“ verweigert hatten, von den Revolutionären verhaftet und gemeinsam mit anderen Bürgern, die sich in irgendeiner Weise „verdächtig“ gemacht hatten, in die Gefängnisse eingeliefert. Da in den Kerkern von Paris schon bald keine Platz mehr war, wurden die Inhaftierten in während der Revolution geschlossene, leere Klöster gesteckt, die schnell zu provisorischen Gefängnissen umfunktioniert wurden. Auf Befehl von Innen- und Justizminister Georges Danton wurden in der Zeit von 2. bis 6. September etwa 1.600 „Volksfeinde“, unter ihnen rund 300 Geistliche, mit Säbeln, Gewehrkolben und Bajonetten in beispiellosen Massakern hingeschlachtet. Da man für die Bluttat zu wenige Soldaten auftreiben konnte, setzte man, gegen Bezahlung, aus den Gefängnissen entlassene Kriminelle ein. Aufgeputschter Straßenpöbel machte freiwillig bei dem Gemetzel mit.

01.11.

Luitpold

Luitpold von Wolfratshausen lebte als Einsiedler am Ammersee in Oberbayern. + um 1250.

BesonderheitenEinsiedler

15.11.

Leopold (Leopoldine)

Leopold III., Markgraf von Österreich, trug maßgeblich zur späteren Größe seines Heimatlandes bei. Der charakterlich und geistig hochstehende Babenberger wurde um 1075 geboren. Verheiratet war er mit Agnes, der Tochter Kaiser Heinrichs V., was viel über Leopolds politische Bedeutung aussagt. Aus der sehr glücklichen Ehe mit der Kaisertochter gingen 18 Kinder hervor. - Im Investiturstreit stand der Babenberger, trotz seiner Verwandtschaft mit dem Kaiser, immer treu zum Papst. Auf Grund seines hohen Ansehens wurde dem Markgrafen sogar die Kaiserkrone angeboten, ein Ansinnen, das er aber bescheiden zurückwies. Vom Papst erhielt Markgraf Leopold wegen seines beispielgebenden Lebens den Titel "Filius Sancti Petri", d.i. "Sohn des hl Petrus". Leopold III. ist der eigentliche Begründer der Größe Österreichs. Er war der Erneuerer der Stifte Melk und Klein-Mariazell im Wienerwald sowie Gründer des Stiftes Heiligenkreuz und seiner Residenzstadt Klosterneuburg. Am 15. November 1136 kam der hervorragende Landesfürst durch einen Jagdunfall ums Leben. Kaiser Leopold I.(von Habsburg) erhob seinen Namenspatron 1663 zum Landespatron von Österreich. (Vorher war es Koloman). Weiters ist Leopold Patron von Wien, Nieder- und Oberösterreich sowie der Diözesen St.Pölten und Klagenfurt-Gurk. Bauernregel: "Sankt Leopold ist dem Altweibersommer hold."

31.12.

Apollonia (Lona, Loana, Lonny, Polly)

Apollonia Radermecher (Lona), betreute schon in jungen Jahren Bedürftige und Vereinsamte. In ihrer Heimatstadt Aachen (Niederrhein) gründete sie eine Gemeinschaft für Krankenpflege ("Hospitalschwestern der hl Elisabeth"), die sich später bis nach Amerika ausbreitete. Wie ihre Ordensschwestern widmete sich die Ordensgründerin in der Folge besonders der Altenpflege und Altenbetreuung. Am letzten Tag des Jahres 1626 starb die selbstlose Wohltäterin an einer Infektion, die sie sich bei der Pflege von Pestkranken zugezogen hatte.

StadtAachen
BesonderheitenOrdensgründerin Sozialengagement