Der Heiligenkalender

Dieser Kalender bietet allen die Möglichkeit, etwas über ihren Namen und die dazugehörigen Heiligen oder Seligen zu erfahren. Hier finden sich Geschichten zu mehr als 1.800 Glaubensvorbildern. Es kann auch umgekehrt nach einem Datum gesucht werden, um die Namenspatrone eines bestimmten Tages zu erfahren. Autor der in der Datenbank vorliegenden Texte ist Mag. Josef Christian Kametler

Datum ausschliessen
Name: Sid

04.04.

Isidor

Isidor von Sevilla, "Lehrmeister Spaniens", der letzte abendländische Kirchenvater, war einer der gebildetsten Männer seiner Zeit. Seine Schriften waren von großer kirchenpoliti-scher Bedeutung für die folgenden Jahrhunderte. Der Erzbischof verfasste aber nicht nur theologische Schriften, aus seiner Feder stammen auch zahlreiche wissenschaftliche Werke, u.a. eine Art Enzyklopädie und eine Geschichte der Westgoten. In den 35 Jahren seiner Amtszeit sorgte Isidor unermüdlich für das Wohl der spanischen Kirche. Er ließ Schulen und Bibliotheken errichten, bemühte sich um eine bessere Ausbildung der Geistlichen - dafür gab es damals noch keine festen Richtlinien - und berief mehrere Synoden ein. Die langsame Versöhnung der ibero-romanischen Bevölkerung mit den westgotischen Eroberern in der gemeinsamen katholischen Religion war zu einem großen Teil sein Verdienst. Der National-heilige Spaniens starb am 4. April 633.

StandBischof
StadtSevilla
BesonderheitenKirchenlehrer

10.05.

Isidor

Isidor von Madrid war das Kind armer Landarbeiter und musste sich schon in jungen Jahren als Knecht bei einem reichen Grundbesitzer seinen Lebensunterhalt verdienen. Es war zu einem Gutteil das Verdienst des tüchtigen jungen Bauersmannes, dass mit der Zeit das heruntergewirtschaftete Gut wieder ertragreich wurde. Dies veranlasste den Besitzer, Isidor zum Aufseher über alle Dienstboten zu bestellen. Von da an wurde der fleißige junge Mann aber vom Neid der anderen Knechte verfolgt und beim Grundherrn verleumdet. Die Neider behaupteten, der fromme Verwalter vernachlässige seine Pflichten, weil er jeden Morgen in die Kirche gehe und immer wieder viel Zeit mit Beten verschwende. Doch der misstrauisch gewordene Gutsherr konnte sich zuletzt selbst davon überzeugen, dass Isidor seine Arbeiten gewissenhafter ausführte als auch nur irgend einer der Verleumder. Obwohl Isidor selbst nicht viel besaß, war er gemeinsam mit seiner Gemahlin Toribia immer für Hilfe Suchende da, ob sie nun materiellen oder geistigen Beistand benötigten. Geistige Bildung hatte der Landmann nie genossen, dafür aber besaß er um so mehr Herzensbildung. Der fromme und fleißige Bauersmann starb im Mai 1130, von allen geschätzt und respektiert. Er wurde zum Patron von Spanien, der Landwirte und Landarbeiter und zum Schutzheiligen für das Gedeihen der Feldfrüchte, gegen Dürre und für eine gute Ernte auserkoren.

StadtMadrid
Besonderheiteneinfache, arme Leute

23.05.

Désiré (Desiderius; Désirée)

Desiderius (Désiré), seit 595 Bischof von Vienne, war ein in allen Wissenschaften bewanderter, gebildeter Mann. Auf Betreiben der Königin Brunhild wurde er abgesetzt und aus seinem Bistum verwiesen. Er konnte zwar für kurze Zeit wieder in sein Amt zurückkehren, wurde aber, da er weiterhin freimütig die von der germanischen Blutrache diktierte Rachsucht der Königin und ihres Gatten verurteilte, ermordet. + 611 (Désirée) Historisches: Brunhild, eine westgotische Königstochter, hatte 567 Siegbert, den König des fränkischen Teilkönigreiches Austrasien, geheiratet. Als Chilperich, der Herrscher des Teilkönigreichs Neustrien, seine Gemahlin, Brunhilds Schwester, auf Anstiften seiner Nebenfrau Fredegunde hatte ermorden lassen, trat das altgermanische Gebot der Blutrache in Kraft, und beide Könige fielen ihr zum Opfer. Brunhilde aber gelang es 596, das ganze Frankenreich zu vereinigen und als Regentin für lange Zeit die Herrschaft auszuüben. Zahlreiche weitere Mitglieder des merowingischen Königshauses wurden in der Folge Opfer der Blutrache der einen oder der anderen Partei. Als bereits 80-Jährige geriet Brunhild in Gefangenschaft des Sohnes ihrer Kontrahentin und wurde auf dessen Befehl an den Schweif eines Pferdes gebunden und zu Tode geschleift. - In ihrem Hass gegenüber Feinden, aber auch in ihrer Treue gegenüber Freunden war Königin Brunhild ganz ein Kind ihrer Zeit. Das Christentum war bei den Franken erst an der Oberfläche eingedrungen und konnte die heidnisch-germanische Auffassung von Ehre noch lange nicht verdrängen. - Der unbarmherzige Kampf der Königinnen und die als unvermeidlich angesehene Ausübung der Blutrache haben das Grundmotiv für das Nibelungenlied abgegeben, in das freilich auch christliche Motive eingeflochten sind. Brunhild, die von der anmutigen jungen Königin zur fürchterlichen Rächerin wurde, hat in der Heldensage in der Gestalt der Kriemhild (in geringerem Maße der Brunhild) ihren Niederschlag gefunden.

StandBischof
StadtVienne

04.08.

Sidney (Sid)

Sidney (Sid), ein Mönch aus Cornwall, wirkte in frühchristlicher Zeit in England und in der Bretagne, wo er heute noch verehrt wird, als Glaubensbote.

14.11.

Sidonius

Sidonius von Fécamp war aus Irland gekommen und wirkte als Abt und Glaubensbote in Nordgallien. + nach 689. (Sidonia, Sidonie)