Dieser Kalender bietet allen die Möglichkeit, etwas über ihren Namen und die dazugehörigen Heiligen oder Seligen zu erfahren. Hier finden sich Geschichten zu mehr als 1.800 Glaubensvorbildern. Es kann auch umgekehrt nach einem Datum gesucht werden, um die Namenspatrone eines bestimmten Tages zu erfahren. Autor der in der Datenbank vorliegenden Texte ist Mag. Josef Christian Kametler
Balthilde war von Wikingern als kleines Mädchen aus ihrer englischen Heimat entführt und in Gallien als Sklavin verkauft worden. 641 kam sie als Magd des Haushofmeisters an den fränkischen Königshof. Der jugendliche König Chlodwig II. wurde auf das Mädchen aufmerksam und war von ihrem anmutigen Wesen so sehr beeindruckt, dass er sie 649 zu Gemahlin nahm. Als der König bereits 657 starb, übernahm die junge Königin für den unmündigen Sohn, den späteren Lothar III., die Regentschaft. Balthilde sorgte während dieser Jahre für Notleidende und Kranke, ließ zahlreiche Klöster reformieren, gründete die später berühmt gewordenen Abteien Corbie und Chelles - und verbot die Sklaverei im Fränkischen Reich. Doch die sozial denkende Königswitwe wurde 675 von dem berüchtigten Hausmeier Ebroin, der mit ihrer Politik nicht einverstanden war, und einer Gruppe von aufständischen Adeligen gestürzt und in das Kloster Chelles eingewiesen, wo sie, wohltätig bis an ihr Lebensende, am 30.Januar 689 zur ewigen Ruhe einging.
Mathilde, deutsche Königin, stammte aus westfälischem Adel und heiratete im Jahr 909 Herzog Heinrich von Sachsen, den späteren deutschen König und römischen Kaiser. Das älteste ihrer fünf Kinder war (der spätere) Kaiser Otto I., der Große. Besonders gerühmt wurden die Klugheit und Weltoffenheit der Königin. - Nach dem Tode des Ehegatten war Mathilde hauptsächlich karitativ tätig, half den Notleidenden, unterstützte kirchliche Ein-richtungen und gründete Klöster. + 14.3.968. Historischer Exkurs ( Als Herzogtum Sachsen bezeichnete man im Mittelalter Nordwestdeutschland, etwa das heutige Niedersachsen. Mittelpunkt des alten Stammesgebietes war Braunschweig. Das heutige Sachsen in Ostdeutschland, früher "Kursachsen" genannt, hieß zuerst Markgrafschaft Meißen und erbte den Namen erst im 15. Jhdt mit der sächsischen Kurwürde.).
Klothilde (Chlothilde), Prinzessin von Burgund, wurde im Jahr 493 die Gemahlin des mächtigen Frankenherrschers Chlodwigs I. Der Heirat hatte die christliche Königstochter nur unter der Bedingung zugestimmt, dass der heidnische Gemahl ihren Glauben respektiere. Chlodwig tolerierte nicht nur die Religion seiner Gattin, er gab auch die Zustimmung, dass sein erster Sohn die Taufe empfing. Als der kleine Thronfolger aber starb, schrieb der König dies dem Zorn der germanischen Götter zu und stand dem Christentum nunmehr ablehnend gegenüber. Doch Klothilde ließ auch den zweiten Sohn taufen. Auch dieses Kind erkrankte schwer. Erst als der Knabe überraschend wieder gesund wurde, gelang es der Königin, den Gemahl wieder dem Christentum gegenüber freundlich zu stimmen. Weil dem Frankenkönig eine schwere Niederlage durch die Alemannen drohte, gelobte Chlodwig, falls er den (kaum zu erwartenden) Sieg davontrage, die Religion der Christen anzunehmen. Das Unwahrscheinliche geschah: Chlodwig verließ als Sieger das Schlachtfeld. Am Weihnachtstag des Jahres 498 ließ sich der Frankenkönig zusammen mit 3 000 Gefolgsleuten in der Kathedrale von Reims von Bischof Remigius (siehe 1.10.) taufen. Es war das erste Mal, dass ein germanischer Stamm den katholischen Glauben annahm. Damit wurden Zusammenleben und Vermischung der bereits christlichen gallo-romanischen Bevölkerung mit den germanischen Franken ermöglicht. Viele Historiker nennen dieses Ereignis mit Recht die „Geburt des christlichen Mittelalters“. Die Frau, der das alles zu verdanken war, starb am 3. Juni 544. Ihre Reliquien in St-Pierre in Paris gingen während der Französischen Revolution verloren. Klothilde ist Patronin der Frauen, der Notare, gegen Fieber und Kinderkrankheiten sowie gegen einen plötzlichen Tod.
Diethild von Sens, eine Enkelin des Frankenkönigs Chlodwig, unterstützte Kirchen und Klöster und gründete in Sens (F) aus eigenen Mitteln eine Abtei. + um 563.
Berthilde (Bertilda) wurde um 649 zur Äbtissin des neugegründeten Klosters Chelles berufen, das unter ihrer klugen und mütterlichen Leitung einen großen Aufschwung erlebte. + 5.11.um 1083.