Der Heiligenkalender

Dieser Kalender bietet allen die Möglichkeit, etwas über ihren Namen und die dazugehörigen Heiligen oder Seligen zu erfahren. Hier finden sich Geschichten zu mehr als 1.800 Glaubensvorbildern. Es kann auch umgekehrt nach einem Datum gesucht werden, um die Namenspatrone eines bestimmten Tages zu erfahren. Autor der in der Datenbank vorliegenden Texte ist Mag. Josef Christian Kametler

Datum ausschliessen
Land: Europa Polen

07.06.

Bogumil

Bogumil wurde 1075 zum Erzbischof von Gnesen (Polen) gewählt. Der aufrechte Mann resignierte nach 5 Jahren wegen der Missstände bei Klerus und Volk in seinem Bistum und lebte fortan, abgeschieden von der Welt, als Einsiedler

StandBischof
StadtGnesen
BesonderheitenEinsiedler

05.08.

Henryk (Heinrich)

Henryk (Heinrich) Namenstag: 5.8 Namenspatron: Jan-Henryk Korczak-Goldszmit, geboren 1879 in Warschau, hatte Medizin studiert und begann sich als junger Arzt für die Rechte der Kinder einzusetzen. So plädierte er u.a. für die Abschaffung der Prügelstrafe. Nach dem Ersten Weltkrieg gab er seine Arztpraxis auf und übernahm die Leitung eines Waisenhauses. Nach der Besetzung Polens durch deutsche Truppen versuchte er mit fast übermenschlichem Einsatz die Kinder vor den NS-Schergen zu bewahren. Doch 1942 wurden trotz seines Widerstandes die jüdischen Waisenkinder nach Treblinka deportiert. Er folgte „seinen“ Kindern und ging mit ihnen am 5.81942 freiwillig in die Gaskammer, obwohl man ihm angeboten hatte, als Lagerarzt zu arbeiten.

StadtWarschau
Besonderheiten20. Jahrhundert Gewaltopfer

14.08.

Maximilian

Maximilian Kolbe, ein polnischer Priester; der aus einer armen Arbeiterfamilie stammte, durfte wegen seiner auffallenden Begabung am Gregorianum in Rom studieren. Nach der Beendigung des Studiums, 1922, widmete er sich in seiner Heimat besonders dem Aufbau des katholischen Schrifttums. Nachdem Polen 1939 von Nazideutschland besiegt und besetzt worden war, fiel der unbequeme Priester bald wegen seiner Predigten und Schriften auf, in denen er ganz entschieden gegen den Nationalsozialismus als Weltanschauung Stellung nahm. Im September 1940 wurde der unerschrockene Priester von der Gestapo verhaftet und ins Lager Oranienburg gebracht. Er wurde wieder freigelassen (sein Vater war deutscher Abstammung, daher galt Kolbe nicht als "slawischer Untermensch"), aber fünf Monate später abermals inhaftiert. Diesesmal kam er in das KZ Auschwitz, das er nie mehr lebend verlassen sollte. Als im Juni 1941 ein Gefangener seines Blocks (dem die Vergeltungsmaßnahmen der Lagerleitung sehr wohl bekannt waren) geflohen war, wurden zehn Häftlinge als "Vergeltung" zum Tod durch Verhungern verurteilt. Pater Kolbe trat freiwillig an die Stelle eines jungen Familienvaters. Mithäftlinge berichteten, sie hätten aus dem Hungerbunker tagelang lautes Beten gehört, bis schließlich völlige Stille eintrat. Am 14. August 1941 verabreichte der Lagerhenker dem zum Skelett abgemagerten Priester, der als einzige der Geiseln noch ein Lebenszeichen von sich gab, eine tödliche Phenolspritze.

Besonderheiten20. Jahrhundert Gewaltopfer

12.11.

Christian (Christinus, Carsten, Karsten, Kirsten, Kristian)

Christian (Christinus) von Meseritz stammte aus einfachen Verhältnissen und hatte sich, wie einige andere bereits christliche Polen, dem Mönch Benedikt, der aus Italien als Missionar nach Polen gesandt worden war, angeschlossen. Die Männer fristeten als Glaubensboten und Einsiedlermönche unter ärmlichen Bedingungen ein recht karges Leben. Eines Abends kamen fremde Männer zu ihnen, die sie freundlich aufnahmen und sie mit dem Wenigen, das sie hatten, bewirteten. Doch die Besucher gehörten zu einer Räuberbande, zeigten plötzlich ihr wahres Gesicht, misshandelten die Mönche und suchten "Schätze". Da sie aber bei den mittellosen Missionaren nichts Wertvolles finden konnten, gerieten die Räuber in Wut und erschlugen die frommen Männer. Dies geschah in der Nacht des 12.November 1003. Die sterblichen Überreste der ermordeten Glaubens-boten wurden später im Dom von Gnesen (Polen) beigesetzt.

13.11.

Stanislaus

Stanislaus Kostka war ein junger polnischer Edelmann. 1564 war er mit einem älteren Bruder zum Studium ins Jesuitenkolleg nach Wien gekommen. Bald schon erwachte in dem 14-jährigen der Wunsch, dem Jesuitenorden beizutreten. Weil er aber nicht in den Orden eintreten durfte - die Eltern waren dagegen und ohne ihre Zustimmung war eine Aufnahme nicht möglich - floh der Junge aus Wien und kam nach einer langen, entbehrungsreichen Flucht nach Rom, wo er schließlich, inzwischen 17 Jahre alt, endlich in den Jesuitenorden aufgenommen wurde. Binnen kurzer Zeit hatte sich der junge Pole wegen seines fröhlichen, bescheidenen und hilfsbereiten Wesens die Herzen der Mitbrüder erobert. Doch er starb bereits nach nicht einmal einem Jahr als Novize am 15.August 1568.

18.11.

Karolina

Karolina Kozka, ein polnisches Mädchen, wurde zu Beginn des Ersten Weltkrieges von einem russischen Soldaten, dem sie nicht gefügig war, erstochen. + 18.11.1914.

Besonderheiten20. Jahrhundert Gewaltopfer

23.12.

Johannes

Johannes Cantius, der später berühmt gewordene Theologieprofessor an der Universität von Krakau, war 1390 in der polnischen Stadt Kety zur Welt gekommen. Von seinem Geburtsort bekam er auch den Beinamen "Cantius". "Sein Leben war geprägt von tiefer Religiosität und Nächstenliebe". Viermal pilgerte er nach Rom, einmal nach Jerusalem. Alle Wallfahrten unternahm der Universitätsprofessor zu Fuß. + 24.12.1473

StadtKrakau
Datum: 23.05.

23.05.

Almerida (Alma) und Quintus

Almerida (Alma) starb gemeinsam mit Quintus und anderen Gefährten als Märtyrin in Nordafrika, wahrscheinlich während der Katholikenverfolgung durch den arianischen Vandalenkönig Geiserich im 5. Jhdt

LandAfrika
BesonderheitenMärtyrer

23.05.

Bartholomäus

Bartholomäus Agricola, ein Bauernsohn aus Bayern wurde Franziskanerpriester und ein glänzender Volksprediger. Ganz besonders nahm er sich der in Not Geratenen und der Gefangenen an. + 23.5.1621.

BesonderheitenSozialengagement

23.05.

Désiré (Desiderius; Désirée)

Desiderius (Désiré), seit 595 Bischof von Vienne, war ein in allen Wissenschaften bewanderter, gebildeter Mann. Auf Betreiben der Königin Brunhild wurde er abgesetzt und aus seinem Bistum verwiesen. Er konnte zwar für kurze Zeit wieder in sein Amt zurückkehren, wurde aber, da er weiterhin freimütig die von der germanischen Blutrache diktierte Rachsucht der Königin und ihres Gatten verurteilte, ermordet. + 611 (Désirée) Historisches: Brunhild, eine westgotische Königstochter, hatte 567 Siegbert, den König des fränkischen Teilkönigreiches Austrasien, geheiratet. Als Chilperich, der Herrscher des Teilkönigreichs Neustrien, seine Gemahlin, Brunhilds Schwester, auf Anstiften seiner Nebenfrau Fredegunde hatte ermorden lassen, trat das altgermanische Gebot der Blutrache in Kraft, und beide Könige fielen ihr zum Opfer. Brunhilde aber gelang es 596, das ganze Frankenreich zu vereinigen und als Regentin für lange Zeit die Herrschaft auszuüben. Zahlreiche weitere Mitglieder des merowingischen Königshauses wurden in der Folge Opfer der Blutrache der einen oder der anderen Partei. Als bereits 80-Jährige geriet Brunhild in Gefangenschaft des Sohnes ihrer Kontrahentin und wurde auf dessen Befehl an den Schweif eines Pferdes gebunden und zu Tode geschleift. - In ihrem Hass gegenüber Feinden, aber auch in ihrer Treue gegenüber Freunden war Königin Brunhild ganz ein Kind ihrer Zeit. Das Christentum war bei den Franken erst an der Oberfläche eingedrungen und konnte die heidnisch-germanische Auffassung von Ehre noch lange nicht verdrängen. - Der unbarmherzige Kampf der Königinnen und die als unvermeidlich angesehene Ausübung der Blutrache haben das Grundmotiv für das Nibelungenlied abgegeben, in das freilich auch christliche Motive eingeflochten sind. Brunhild, die von der anmutigen jungen Königin zur fürchterlichen Rächerin wurde, hat in der Heldensage in der Gestalt der Kriemhild (in geringerem Maße der Brunhild) ihren Niederschlag gefunden.

StandBischof
StadtVienne

23.05.

Renata (Renate, Renée)

Renate (Renata, Renée) von Lothringen, 1544 geboren, war durch Heirat Herzogin von Bayern geworden. Sie war ihren Untertanen bald eine gütige Landesmutter und Wohltäterin. Obwohl selbst Mutter von 10 Kindern, fand sie immer Zeit, sich um Arme, Kranke und Einsame zu kümmern. Fast ihr ganzes Privatvermögen gab sie für soziale Einrichtungen aus (u.a. ließ sie das Elisabeth-Spital in München errichten), sie selber gönnte sich nur das Notwendigste zum Leben. Ihr Gatte, Herzog Wilhelm V., der sie bei ihren guten Werken unterstützte, sagte einmal: „Wollte man die Liebe malen, so müsste man ein Porträt der Herzogin anfertigen; denn in ihr sind alle Eigenschaften der Liebe vereint.“ Am 20. April 1601 machte sie mit ihrem Gatten eine Wallfahrt zur Muttergottes nach Altötting, um eine gute Sterbestunde zu erbitten. In der Gnadenkapelle wurde sie plötzlich von Fieber geschüttelt; zu Hause angekommen, fühlte sie sich wieder gesund. Doch in der Nacht vom 22. auf den 23. Mai 1602 entschlief sie für immer.

BesonderheitenSozialengagement