Dieser Kalender bietet allen die Möglichkeit, etwas über ihren Namen und die dazugehörigen Heiligen oder Seligen zu erfahren. Hier finden sich Geschichten zu mehr als 1.800 Glaubensvorbildern. Es kann auch umgekehrt nach einem Datum gesucht werden, um die Namenspatrone eines bestimmten Tages zu erfahren. Autor der in der Datenbank vorliegenden Texte ist Mag. Josef Christian Kametler
Vera , eine vorbildliche gallische Christin und Wohltäterin, lebte um 400 zu Clermont (F)
Veronika von Jerusalem soll eine Jüngerin Jesu und eine jener frommen Frauen gewesen sein, die ihn auf seinem Leidensweg begleitet haben. Die Legende erzählt, sie habe Jesus auf dem Kreuzweg ihr Schweißtuch gereicht, in das er das Bild seines gequälten Antlitzes einprägte. In der sechsten Station des Kreuzwegs heißt es: „Jesus drückt sein Antlitz in den Schleier der Veronika ein.“ Das Tuch, das viele Wunder bewirkt haben soll, kam 707 nach Rom und wurde im Petersdom aufbewahrt. Durch die große Beliebtheit der Passionsspiele im Mittelalter wurde Veronika zu einer populären Heiligen. – Veronika wird als Schutzheilige bei schweren Verletzungen und Blutungen sowie für eine glückliche Sterbestunde angerufen. Außerdem ist sie Patronin der Pfarrhaushälterinnen, der Weißnäherinnen, Wäscherinnen, Leinenweber und Leinenhändler.
Serafina (Fina) wurde 1238 als Kind armer Leute in San Gimignano in der Toskana gebo-ren. Obwohl sie selbst in ärmlichen Verhältnissen aufwuchs, sparte sie sich jeden Bissen vom Mund ab, um es noch Ärmeren geben zu können. Sie starb im Alter von 15 Jahren am 12.März 1253 und wurde bereits wie eine Heilige verehrt. .
Gerold war ein reich begüterter Adeliger im Großen Walsertal im heutigen Vorarlberg. Er verschenkte seinen ganzen Besitz und gründete die Propstei Frisun im Walgau, die später nach ihm St.Gerold benannt wurde. Er selber aber lebte fortan in der Einsamkeit der Berg-welt des Großen Walsertals. Er starb an einem 10.4.um 978. - Am 19.April 1663 wurden seine Gebeine in die Kirche von Frisun übertragen. Der fromme Einsiedler wird besonders in den Diözesen Feldkirch und Einsiedeln verehrt..
Gerhard, geboren und aufgewachsen in Köln, wurde von Otto I. zum Bischof von Toul ernannt. Er war ein Freund und Förderer der Wissenschaften und "zeichnete sich aus durch großen apostolischen Eifer und christliche Nächstenliebe". + 23.4.994.
Petronella (Petronilla), Märtyrin im frühchristlichen Rom, soll vom Apostel Petrus von einer schweren Krankheit geheilt worden sein. Ihre Gebeine wurden später in den Petersdom übertragen, weil man wegen des Namens glaubte, sie sei eine Tochter des Apostels gewesen. Petronella ist die Patronin der Reisenden und der Pilger. Ihr Todesjahr ist nicht bekannt Bauernregeln: "Ist es klar an Petronell', meßt den Flachs ihr mit der Ell'." - "Wer Hafer sät an Petronell, dem wächst er gut und auch sehr schnell."
Erasmus (Rasmus, Elmo, Asmus, Arras), Bischof von Antiochia, der Hauptstadt der Provinz Syrien (heute Antakiye, Südosttürkei), floh vor der diokletianischen Christenverfolgung ins Libanongebirge. Als er wieder in seine Heimatstadt zurückkehrte, wurde er gefangen genommen, aber von Freunden aus dem Gefängnis befreit. Auf einem Boot gelangte er mit anderen Verfolgten nach einer abenteuerlichen, lebensgefährlichen Fahrt nach Italien, von wo er als Glaubensbote nach Illyrien (Kroatien) ging. Hier soll er als Märtyrer gestorben sein. Es wird überliefert, man habe ihm die Eingeweide herausgerissen. + um 303. - Erasmus ist der Patron der Seefahrer, weil man sein Attribut, die Winde, mit der man ihm die Eingeweide herausgerissen haben soll, für einen Anker hielt. Eine Legende berichtet wiederum, er soll durch sein inständiges Gebet das Schiff, auf dem er sich befand, während eines schweren Sturms vor dem Untergang gerettet haben. Weiters ist Erasmus Patron der Seiler, Weber, Garnwinder und Drechsler, Schutzheiliger gegen Krämpfe, Koliken, Unterleibsbeschwerden sowie Magenkrankheiten und einer der 14 Nothelfer. Das bei Gewittern auf der Mastspitze der Schiffe auftretende St.-Elms-Feuer (elektrische Entladungen) ist nach dem Heiligen benannt. Anmerkung: Berühmt geworden ist der Humanist und Theologe Erasmus von Rotterdam (1466-1536), der in einer „Philosophie Christi“ christlichen Glauben und antike Philosophie zu vereinen suchte. Er stand der Reformation anfangs freundlich gegenüber, sagte sich aber von Luther los, als dieser die Willensfreiheit des Menschen bestritt (Gnadenlehre) und griff nicht mehr in die religiösen Auseinandersetzungen ein.
Heimo (Heimrad) von Meßkirch, ein Bauernsohn aus dem Schwarzwald, ist wohl einer der ungewöhnlichsten Heiligen. Er war voll Begeisterung Priester geworden, pilgerte durch halb Europa und ins Heilige Land, konnte aber wegen seiner Ruhelosigkeit und seines wenig gepflegten Aussteiger-Aussehens erst nach langem Suchen Aufnahme in einem Kloster finden. Doch dann wollte er sich doch nicht einkleiden lassen und bat um die Entlassung. Der Abt war darüber so sehr aufgebracht, dass er den Wankelmütigen mit einer Rute züchtigen ließ. Heimo betet währenddessen laut den Psalm Miserere (Herr, erbarme dich!) und wurde im Anschluss daran davongejagt. Als man den eigenwilligen Burschen dann probeweise als Seelsorger in einer kleinen Pfarre einsetzte, schien ein sehnlicher Wunsch endlich in Erfüllung gegangen zu sein. Doch da er sich auch als Pfarrer - selbst gegenüber Höhergestellten - kein Blatt vor den Mund nahm und stets, was er sich dachte, auch gleich sagte, wurde er schon bald aus seiner Pfarre ungnädig entfernt. So zog sich der überall Unerwünschte schließlich als Einsiedler auf den Hasunger Berg bei Kassel (Hessen) zurück, wo er vom Volk anfangs als „heiliger Narr“ verlacht wurde. Doch der Eremit, der immer wieder eindringlich die Nächstenliebe als obersten christlichen Leitwert nicht nur predigte, sondern auch selber vorlebte, wurde von der Bevölkerung allmählich respektiert und bald auch verehrt, und sogar hochgestellte Persönlichkeiten suchten das Gespräch mit ihm. + 28.6.1019. Zwei Jahre nach dem Tod des Einsiedlers ließ der Erzbischof von Köln über seiner Grabstätte ein Kirche errichten. - Als Bistumsheiliger wird Heimos Gedächtnis am 27.6. gefeiert, sonst am 28. 6.
Veronika Giuliani war im Jahre 1676 mit 16 Jahren in das Kapuziner-Kloster in Città di Castello nördlich von Perugia (I) eingetreten und dort 1694 Novizenmeisterin geworden. Am Karfreitag des Jahres 1697 empfing sie an ihrem Körper die Wundmale des Gekreuzigten, die ihr qualvolle Schmerzen bereiteten. Vergeblich versuchte sie, die Stigmata vor den Mitschwestern geheim zu halten, doch nun begann für Veronika ein richtiger Leidensweg. Die Ordensfrau musste sich den schwersten Prüfungen unterwerfen, ihr Amt zurücklegen und wurde wie eine Betrügerin behandelt. Alle Demütigungen, so berichtete der Bischof an das Offizium, ertrage sie aber mit unbeschreiblicher Gelassenheit, nie habe sie ihr fröhliches Wesen verloren. Erst nach Jahren wurden die Stigmata offiziell anerkannt. Nun wurde die vorher so verachtete Schwester zur Äbtissin gewählt und von allen mit Ehrfurcht behandelt. - Am 9 .Juli 1727 ging sie, nach einem Leben voller Höhen und Tiefen, ins ewige Leben ein. - Veronika ist Schutzheilige gegen Verleumdungen.
Emmeram (Emmeran) von Regensburg war aus Gallien als Missionsbischof nach Bayern gekommen. Er taufte viele Heiden und wurde vom Volk geliebt und geachtet. Um 652 soll er den Märtyrertod erlitten haben. Die Legende erzählt, dass Emmeran, als er nach drei Jahren von Regensburg weitergezogen war, von der bayrischen Herzogstochter Ute, die ein uneheliches Kind erwartete, als Kindesvater angegeben wurde, weil sie damit ihrem Geliebten, einem Höfling aus niedrigem Stand, Zeit zur Flucht verschaffen wollte. Daraufhin sei der ahnungslose Glaubensbote vom Bruder der Herzogstochter verfolgt und so schwer misshandelt worden, dass er an den Verletzungen starb. Erst danach soll die reuige Ute den Namen des tatsächlichen Kindesvaters verraten haben.
Hieronymus, einer der vier großen abendländischen Kirchenväter, zählt zu den bedeutendsten Persönlichkeiten der gesamten Kirchengeschichte. Geboren wurde er um das Jahr 347 in der römischen Provinz Illyrien, im heutigen Kroatien. Seine Eltern waren Christen, doch wurde er, wie damals üblich, erst als Erwachsener getauft. Dies geschah, während er in Rom sein Studium absolvierte. Schon früh schloss sich Hieronymus einem asketischen Freundeskreis an, pilgerte mehrmals ins Heilige Land, lebte dann abgeschieden von der Welt in einer Mönchsgemeinschaft in Syrien, kehrte aber zuletzt nach Rom zurück. Hier wurde der hochgebildete Mann, der mehrere Sprachen fließend beherrschte, zum Sekretär des Papstes ernannt. Als sein Gönner, Papst Damasus I., 384 starb, hoffte er, dessen Nachfolger zu werden. Doch ein anderer wurde ihm vorgezogen. Enttäuscht kehrte Hieronymus Rom den Rücken und ließ sich in Bethlehem nieder. Und hier wurde er zu einem der größten lateinischen Kirchenschriftsteller und zum Wegbereiter des abendländischen Mönchtums. Seine zahlreichen Schriften beeinflussten das ganze kirchliche Leben seiner Zeit. Höhepunkt und Krönung seines Werkes ist die Vulgata, die Übersetzung der Bibel ins Lateinische. - Im Alter von 73 Jahren starb der bedeutende Kirchenlehrer am 30.September 420 in seinem Exil in Bethlehem. Gegen Ende des 13. Jhdts gelangten seine Reliquien nach Rom, wo sie in der Kirche Santa Maria Maggiore beigesetzt wurden. Hieronymus ist der Patron der Theologen, der Gelehrten, der Studenten, Schüler und Übersetzer sowie der Universitäten und wissenschaftlichen Vereinigungen. (Jerôme, Geronimo)
Serafin von Montegranaro, ein Kapuzinerbruder, soll die Gabe der Krankenheilung besessen haben. + 12.10.1604.
Gerold (Giraud,Géraud), Graf von Aurillac, blieb zeitlebens unverheiratet. Er lebte nur für seine Untertanen, denen er ein gerechter und fürsorglicher Landesvater sein wollte. Mit eigenen Mitteln finanzierte der gütige Graf verschiedene karitative Einrichtungen. + 13.10.909.
Serapion war der erste Märtyrer des Mercedarier-Ordens. Er wurde im Jahr 1240 in Algier, wo er missionieren und Sklaven loskaufen wollte, ans Kreuz geschlagen.
Gerald von Braga, ein Mönch aus der Gascogne, der sich eifrig für die cluniazensische Klosterreform einsetzte, wurde wegen seines Ansehens und seiner Durchsetzungskraft nach Portugal berufen, wo er schließlich 1096 zum Erzbischof von Braga erhoben wurde. + 5.12.1108.
Gerald von Regensburg war Mönch in der Reformabtei Cluny. Als päpstlicher Legat bemühte er sich als Friedensvermittler zwischen Papst Gregor VII. und Kaiser Heinrich IV. 1076 geriet er in die Gefangenschaft von Anhängern des Kaisers. + 7.121077
Esperanza (Mariä Erwartung) ist ein zuerst in Spanien eingeführtes Fest, das auf die nahe Geburt Jesu hinweisen soll. Esperanza heißt Hoffnung - die selbe Bedeutung hat im Russischen Nadeschda. Die davon abgeleiteten Namensformen Nadja und Nadine sind auch bei uns bekannt.