Der Heiligenkalender

Dieser Kalender bietet allen die Möglichkeit, etwas über ihren Namen und die dazugehörigen Heiligen oder Seligen zu erfahren. Hier finden sich Geschichten zu mehr als 1.800 Glaubensvorbildern. Es kann auch umgekehrt nach einem Datum gesucht werden, um die Namenspatrone eines bestimmten Tages zu erfahren. Autor der in der Datenbank vorliegenden Texte ist Mag. Josef Christian Kametler

Datum ausschliessen
Name: Marcello

31.08.

Marcello

Marcello Candia war als Sohn eines reichen Industriellen 1916 in Mailand geboren worden. Auf seinen zahlreichen Geschäftsreisen lernte er das Elend in der Dritten Welt kennen. Anfangs unterstützte er die Missionen von Europa aus, dann, 1965, verkaufte er das gesamte väterliche Erbe und zog nach Brasilien. Hier gründete er, über das ganze Land verteilt, Sozialstationen für Kranke, Mittellose und Behinderte sowie Schulen für verwahrloste Straßenkinder. Darüber hinaus gelang es ihm, Ordensschwestern aus Italien an den Amazonas zu bringen, wo sie Leprakranke pflegten. Dank einer Stiftung, die Marcello Candia vor seinem Tod gegründet hat, existieren alle von ihm ins Leben gerufenen Einrichtungen noch heute. Der große Wohltäter aus unserer Zeit starb im Alter von 67 Jahren in seiner Heimatstadt Mailand am 31.August 1983. - Bereits 8 Jahre später wurde der Seligsprechungsprozess eröffnet. Das war ebenso ungewöhnlich wie das ganze Leben des Dr. Marcello Candia.

StadtMailand
BesonderheitenSozialengagement
Datum: 23.03.

23.03.

Merbod (Marbod)

Merbod (Marbod, Merbot), Einsiedler und Seelsorger in Alberschwende im Bregenzer Wald (Vorarlberg), erfreute sich bei seinen Pfarrkindern, es waren vielfach Hirten- und Viehzüchterfamilien, großer Beliebtheit. Eines Tages fand man ihn mit tiefen Wunden am Kopf tot auf dem Boden liegend. Er war das Opfer von Raubmördern geworden. + 23.3.1110.

StadtBregenz
BesonderheitenEinsiedler Gewaltopfer

23.03.

Otto

Otto von Ariano (östlich von Neapel) verdiente sich zuerst als Soldat sein Brot. Er geriet in Gefangenschaft, wurde aber auf wunderbare Weise befreit. Dankbar wandte er sich darauf-hin Gott zu. Seinen Lebensunterhalt verdiente er sich fortan nur noch als Schuhflicker und als hilfsbereiter Fremdenbeherberger. + 23.3.1120.

StadtNeapel

23.03.

Rebekka

Rebekka Ar Rayès überlebte 1860 nur knapp einen Überfall der Drusen auf die christlichen Maronitendörfer im Libanon. In der Folgezeit wurde sie von schweren körperlichen und auch seelischen Leiden heimgesucht, zuletzt wurde sie gelähmt. Doch alles ertrug sie, ohne zu klagen und opferte ihre Schmerzen Gott auf. Nach ihrem Tod im hohen Alter von 82 Jahren wurde das Grab der opferbereiten Dulderin das Ziel vieler Wallfahrer. + 23.3.1914. Historischer Exkurs (Auf Betreiben der Westmächte unterzeichnete der türkische Sultan 1856 ein Dekret, wonach alle religiösen Minderheiten den moslemischen Staatsbürgern gleichgestellt werden sollten. Viele "rechtgläubige" Moslems empfanden das wie einen Schlag ins Gesicht. 1200 Jahre lang waren die Christen Bürger zweiter Klasse gewesen und außerhalb des Gesetzes gestanden. Jetzt sollte das anders ein? - Vor allem in den arabisch sprechenden Gebieten des Osmanischen Reiches brachen alte Ressentiments auf. Die Moslems in Syrien, vor allem die Drusen, eine Art schiitischer Geheim- sekte im Libanon, gingen zum offenen Angriff gegen die Christen über. Einer der Initiatoren des folgenden blutigen Dramas war der Gouverneur von Beirut, Khurud Pascha. Als Anlass für die Ver-folgungen wurde 1860 ein unbedeutender Streit zwischen einem Drusen und einem jungen Christen vorgeschoben. - Vom 30. Mai bis 26. Juni 1860 wurde fast jedes christliche Dorf im Libanon über-fallen und durch fanatische Drusenhorden geplündert und gebrandschatzt. Etwa 6 000 Christen wurden niedergemacht. Dem Abt eines maronitischen Klosters wurde bei lebendigem Leib die Haut abgezogen, keiner der christlichen Mönche überlebte das Massaker.

BesonderheitenGewaltopfer

23.03.

Toribio

Toribio Alfonso Mongrovejo, Erzbischof von Lima, gehört zu den bedeutendsten Kirchen-gestalten der Neuen Welt. Während seiner 17-jährigen Amtszeit reformierte er das religiöse (und bürgerliche) Leben in ganz Peru. Vor allem trat er, trotz des großen Unverständnisses, das sich ihm entgegenstellte, als Vorkämpfer gegen die Unterdrückung der Indios auf. Der Kämpfer im Bischofsornat starb während einer beschwerlichen Visitationsreise in einem ab-gelegenen Indianerdorf am 23.März 1606. Noch heute wird Toribio Mongrovejo von den Indios mit besonderer Innigkeit verehrt.

StadtLima
BesonderheitenReformer