Dieser Kalender bietet allen die Möglichkeit, etwas über ihren Namen und die dazugehörigen Heiligen oder Seligen zu erfahren. Hier finden sich Geschichten zu mehr als 1.800 Glaubensvorbildern. Es kann auch umgekehrt nach einem Datum gesucht werden, um die Namenspatrone eines bestimmten Tages zu erfahren. Autor der in der Datenbank vorliegenden Texte ist Mag. Josef Christian Kametler
Gudula von Nivelles, Patronin der Stadt Brüssel, war die Tochter eines brabantischen Fürsten. Durch ihre werktätige Nächstenliebe erregte sie großes Aufsehen; denn dass eine Fürstentochter sich um Arme und Kranke kümmerte, war nicht alltäglich. Zuletzt führte Gudula in einer von ihr selbst errichteten Zelle ein strenges Büßerleben. + 712. (Gudrun),
Ursula Haider, mit neun Jahren Vollwaise geworden, wurde aus Mitleid in das Kloster Valduna (Vorarlberg) aufgenommen. Aus dem Waisenmädchen wurde später die hochgeachtete Äbtissin des Klosters Villingen in Württemberg. + 20.1.1498.
Paula, Tochter einer römischen Adelsfamilie, galt als mustergültige Gattin und Mutter (von fünf Kindern). Früh Witwe geworden, widmete sie sich mit Hingabe Werken der Frömmigkeit und der christlichen Caritas. Als die Kinder selbstständig geworden waren, pilgerte sie mit ihrer jüngsten Tochter nach Palästina und gründete dort gemeinsam mit dem Kirchenlehrer Hieronymus (siehe 30.9.) eine Pilgerherberge und zwei Klöster. In Bethlehem starb sie am 26.Januar 404.
Eulalia von Barcelona, ein 14-jähriges christliches Mädchen, wurde in der diokletianischen Christenverfolgung um 305 gekreuzigt. Sie gilt als Nationalheilige der Katalanen. Wetterregel: "Sankt Eulalia Sonnenschein bringt viel Obst und guten Wein." "Eulalia im Sonnenschein bringt Äpfel viel und Apfelwein." .
Orsina (Ursula, Orsolina) Venerii, 1375 in Parma (Norditalien) geboren, hatte von Kindheit auf mystische Erlebnisse. Ihre Versuche, im Abendländischen Schisma zwischen dem Papst in Rom und dem Gegenpapst in Avignon zu vermitteln - beide suchte sie persönlich auf - blieben ohne Erfolg. Wegen ihres politischen und religiösen Einsatzes wurde sie aus ihrer Heimatstadt ausgewiesen und starb am 7.41410 in der Verbannung in Verona.
Herta (Hertula, Hertila), ein noch recht junges Mädchen - sie war vielleicht eine germani-sche Sklavin - erlitt während der grausamsten aller Christenverfolgungen unter Kaiser Diokletian um 303 in Rom das Martyrium.
Gundula (Gundila, Gunda), ein christliches Germanenmädchen, starb als Märtyrin zu Mediolanum in Norditalien um das Jahr 286.
Paula (Paola) Frassinetti, geboren 1809 in Genua, war 12 Jahre alt, als die Mutter starb. Nun musste sie, als ältestes der Mädchen, den väterlichen Haushalt führen und für die jüngeren Geschwister sorgen, bis ihre Gesundheit immer schwächer wurde. Gerade noch rechtzeitig holte ein älterer Bruder, der Landpfarrer von Quinto war (und ähnlich segens-reich wirkte wie Johannes Vianney), das schwer kranke Mädchen zu sich. Doch kaum hatte sich ihre Gesundheit wieder stabilisiert, unterstützte Paola den Bruder aktiv bei seiner sozialen Tätigkeit und begann sich um andere vom Leben benachteiligte Mädchen zu kümmern. Aus dieser Fürsorge heraus entstand schließlich um 1835 die "Kongregation der Schwestern von der heiligen Dorothea", deren Mitglieder sich um die Erziehung von Mädchen, vor allem aus ärmlichen Verhältnissen, kümmern. Die Gemeinschaft breitete sich bald über ganz Italien, und schließlich auch noch über seine Grenzen hinaus, aus. Die Ordensgründerin starb am 11. Juni 1882 in Rom.
Felix und Regula waren ein christliches Geschwisterpaar, das im Gefolge der Thebaischen Legion nach Helvetien gekommen war. Sie erlitten um 302 zu Zürich den Märtyrertod. Über ihrem Grab entstand später das Zürcher Großmünster. Die Geschwister sind die Patrone von Zürich.
Ursula und Gefährtinnen sollen als Märtyrinnen im 5. Jhdt (?) zu Köln gestorben sein. Ursula war der Überlieferung nach eine englische Königstochter, die mit 11 Gefährtinnen (die Legende berichtet von 11 000 Jungfrauen, was wohl auf einem Lesefehler zu beruhen scheint) eine Wallfahrt nach Rom unternommen hatte. Auf der Rückreise zu Schiff den Rhein abwärts kamen die Pilgerinnen nach Köln, in dessen Umgebung Horden von Hunnen umherstreiften. Diese fielen über die Mädchen, die heftigen Widerstand leisteten, her, misshandelten und ermordeten sie schließlich auf brutale Weise. Bürger von Köln begruben die jungen Frauen und errichteten über ihren Gräbern die Kirche St.Ursula. Bei späteren Bauarbeiten soll man mehrere Skelette, die von jungen Frauen stammten, gefunden haben. Eine alte Inschrift am gotischen Chor von St. Ursula in Köln berichtet, dass ein Kölner Bürger schon sehr früh hier eine Kapelle habe wiederherstellen lassen, "wo heilige Jungfrauen für den Namen Christi ihr Blut vergossen haben". Die heilige Ursula wurde zur Schutzheiligen von Köln und zur Patronin der Jugend, der Lehrerinnen und Erzieherinnen und der Universität von Paris erhoben. Die Ordensgründerin Angela Merici (siehe 27.1.) hat ihren 1535 gegründeten Schuldorden nach der Heiligen Ursula "Ursulinen" benannt. Bauernregeln: "Sankt Ursulas Beginn, zeigt auf den Winter hin." - "An Ursula muß das Kraut herein, sonst schneien es Simon und Juda (28.10.) ein."
Cordula (Cordelia) von Köln war eine Gefährtin der hl Ursula. Sie hatte sich auf dem Schiff versteckt und wurde erst am folgenden Tag von den Hunnen entdeckt.
Mariä Empfängnis, das Hochfest der ohne Erbsünde empfangenen Jungfrau und Gottesmutter Maria, lateinisch Immaculata, spanisch Concepción (Conchita), soll aussagen, dass Maria als künftige Gottesmutter schon im Mutterleib ohne Erbsünde empfangen wurde und somit der einzige von der Sünde völlig unbefleckte Mensch ist. Wenn es auch erst 1708 verpflichtend für die gesamte katholische Kirche eingeführt wurde, so ist dieses Fest doch schon sehr alt und in der Ostkirche bereits im 8.Jhdt nachweisbar. - Als das Seherkind Bernadette (siehe 16.4.) die "schöne Dame", die ihr in der Grotte Massabielle bei Lourdes erschienen war, fragte, wer sie sei, antwortete diese: "Ich bin die Unbefleckte Empfängnis". Das einfache Mädchen verstand diese Aussage aber nicht.
Eulalia von Mérida ist eine der volkstümlichsten Heiligen Spaniens. Als die Christenverfolgungen unter Kaiser Diokletian wüteten, festigte sich in dem erst 12 Jahre alten Mädchen der Wunsch, auch für Christus zu sterben. Heimlich ging sie von zu Hause fort und stellte sich freiwillig dem Richter. Das Kind wurde zuerst gemartert und dann in einen brennenden Ofen geworfen. + 10.12304.