Dieser Kalender bietet allen die Möglichkeit, etwas über ihren Namen und die dazugehörigen Heiligen oder Seligen zu erfahren. Hier finden sich Geschichten zu mehr als 1.800 Glaubensvorbildern. Es kann auch umgekehrt nach einem Datum gesucht werden, um die Namenspatrone eines bestimmten Tages zu erfahren. Autor der in der Datenbank vorliegenden Texte ist Mag. Josef Christian Kametler
Priscilla war die christliche Witwe eines römischen Senators, die wegen ihres vorbildlichen Lebens als "Zierde ihres Standes" galt. Ihr Todesjahr ist nicht bekannt.
Gunhild (Gunthild) war die erste Äbtissin des Klosters Biblisheim im Elsass. Sie starb am 21. Februar 1231 „im Ruf der Heiligkeit und der Wunderkraft“. (Gunilla, Gunna).
Camilla lebte als christliche Jungfrau in Auxerre (Zentralfrankreich) und genoss bei der Bevölkerung wegen ihres vorbildlichen Lebenswandels großes Ansehen. + 457.
Sibylle (Sibilla, Sibyllina) Biscossi; geboren 1287 in Pavia (Lombardei), verlor schon als Kind beide Eltern. Um sich ihren Lebensunterhalt zu verdienen, musste sie sich als Magd verdingen. Doch als sie zwölf Jahre alt geworden war, begann das Waisenmädchen zu erblinden. Da sie ihre Arbeiten als Dienstmagd bald nicht mehr ausführen konnte, wurde sie in das Dominikanerkloster ihrer Heimatstadt aufgenommen. Vom Jahr 1302 an, sie war jetzt 15 Jahre alt, lebte sie als Reklusin in einer Zelle neben der Dominikanerkirche. Im Laufe der Zeit wurde die Blinde vom Volk als geduldige Ratgeberin für alle Nöte aufgesucht und galt bald als "weise Frau". Mit 80 Jahren, in einem für die damalige Zeit außergewöhnlich hohen Alter, war der Lebensweg der Frau, die so vielen Menschen in ihrer Bedrängnis mit Trost und Rat beigestanden war, zu Ende. In der Dominkanerkirche von Pavía, neben der sie so lange gelebt hatte, fand Sibilla ihre letzte Ruhestätte. + 18./19.3.1367.
Wilhelm von Aquitanien, ein Enkel von Karl Martell, war ein gefeierter Feldherr von Karl dem Großen im Kampf gegen den vorrückenden Islam, vor allem als Verteidiger der Spanischen Grenzmark. Trotz seiner großen militärischer Erfolge und obwohl er als einer der fähigsten Berater des Kaisers angesehen wurde, kehrte der Offizier dem Heer wie dem Hofleben den Rücken und trat 806 als einfacher Laienbruder in das von ihm gegründete Kloster Gellone in Südfrankreich ein, wo er bis zu seinem Lebensende am 28. Mai 812 die niedrigsten Arbeiten verrichtete. Anmerkung: Der ritterlich-höfische Epiker Wolfram von Eschenbach hat dem Staats- und Gottesmann, der das Musterbeispiel eines christlichen Ritters darstellte, mit seinem Versepos „Willehalm“ ein bleibendes Denkmal gesetzt
Petronella (Petronilla), Märtyrin im frühchristlichen Rom, soll vom Apostel Petrus von einer schweren Krankheit geheilt worden sein. Ihre Gebeine wurden später in den Petersdom übertragen, weil man wegen des Namens glaubte, sie sei eine Tochter des Apostels gewesen. Petronella ist die Patronin der Reisenden und der Pilger. Ihr Todesjahr ist nicht bekannt Bauernregeln: "Ist es klar an Petronell', meßt den Flachs ihr mit der Ell'." - "Wer Hafer sät an Petronell, dem wächst er gut und auch sehr schnell."
Kyrilla (Kyra, Kira) war eine jungfräuliche Märtyrin zu Cyrene in Libyen. + um 304.
Priscilla (auch Prisca genannt) und Aquila waren ein begütertes jüdlich-christliches Ehepaar. Wegen des Ausweisungsediktes gegen die Juden aus Rom (49/50) gingen sie nach Korinth, wo sie den Apostel Paulus kennen lernten, den sie zeitweise auf seinen Missionsreisen begleiteten. Später ließen sie sich in Ephesos nieder, wo sie Paulus unter Einsatz ihres Lebens aus schwerster Gefahr retteten und eigenständig missionierten. Priscilla konnte durch geschickte Vermittlung eine drohende Spaltung der christlichen Gemeinden verhindern. Sie war eine der bemerkenswertesten Frauengestalten des Urchristentums und wird sechsmal in den frühchristlichen Schriften genannt. Als das Ehepaar wieder nach Rom durfte, beherbergten und versorgten die beiden dort eine christliche Gemeinde
Stilla (Stella) von Abenberg (Mainfranken), hatte das Gelübde der Jungfräulichkeit abgelegt und führte in der ersten Hälfte des 12. Jhdts mit drei Gefährtinnen ein Leben im Dienste der Armen und Kranken.
Lucilla und Flora waren römische Sklavinnen, die unter Kaiser Galienus im 3. Jhdt um ihres christlichen Glaubens willen den Martertod erlitten.
Emilia de Vialar war ein Mädchen aus einer reichen und angesehenen Familie im Städtchen Gaillac in Südfrankreich. Als sie nach der Ausbildung in einem Mädchenpensionat nach Hause zurückgekehrt war, wurde ihr Elternhaus bald zum Sammelpunkt für Arme und Kranke. Aus dieser Sorge um die Bedürftigen entwickelte sich der Orden der "St.Josephs-Schwestern", die sich besonders der Armen und Kranken annehmen und heute hauptsächlich in Afrika und Indien tätig sind. + 24.8.1856.
Ludmilla, Herzogin in Böhmen (Milla, Milena), wurde gemeinsam mit ihrem Gatten Boriwoj vom Slawenapostel Methodius (siehe 14.2.) für den christlichen Glauben gewonnen. Ihren Enkel Wenzel, den späteren Heiligen (siehe 28.9.) erzog sie nach christlichen Wertvorstellungen. Doch ihre Schwiegertochter Drahomira war eifersüchtig auf die beim Volk beliebte Herzogin und hasste Ludmilla wegen ihres Einflusses auf den minderjährigen Sohn. Daher ließ die der alten slawischen Götterreligion anhängende junge Herzogin die Schwiegermutter am 15.September 921 erdrosseln. (traditionell und als Bistumsheilige Gedenktag am 16.9., sonst auch am 15.9.) Wetterregeln: "Sankt Ludmilla, das fromme Kind, bringt gerne Regen und viel Wind." - "Ludmilla will oft nicht artig sein und bringt viel Wind und Regen herein."
Gun(t)hild (Gunilda) war eine Dienstmagd zu Suffersheim in Franken, die wegen ihres freundlichen Wesens und ihrer selbstlosen Hilfsbereitschaft bald nach ihrem Tod als Heilige verehrt wurde. + um 1050.
Armella (Armilla) Nicolas wurde als Kind armer Kleinbauern 1609 in der Bretagne geboren. Fast noch ein Kind, musste sie sich schon das zum Leben Notwendige durch eigener Hände Arbeit verdienen. Die Eltern hatten noch für zahlreiche jüngere Geschwister zu sorgen, und nie war genug zum Essen da. Zuerst arbeitete das bescheiden Mädchen, das keine großen Ansprüche an das Leben stellte, als Magd. Dann kam für sie ein Augenblick höchsten Glücks: Die Ursulinen von Vannes, die auf das stille Mädchen, das jeden Tag voller Andacht der Heiligen Messe beiwohnte, aufmerksam gemacht worden waren, stellten es als Torhüterin ein. Armella war nur eine arme Bedienstete, sie konnte weder lesen noch schreiben und hatte dennoch ein erstaunlich großes Wissen, ganz besonders über religiöse Themen. Vor allem aber besaß sie einen hohen charakterlichen Adel. Am 24. Oktober 1671 starb sie, die Wohlstand nie kennen gelernt hatte und dennoch immer zufrieden gewesen war, im Ruf der Heiligkeit.
Berthilde (Bertilda) wurde um 649 zur Äbtissin des neugegründeten Klosters Chelles berufen, das unter ihrer klugen und mütterlichen Leitung einen großen Aufschwung erlebte. + 5.11.um 1083.
Cäcilia (Cecilia), Märtyrin zu Rom, ist eine der bekanntesten Heiligen. Zur Patronin der Musik wurde sie auserwählt, weil es in einem Bericht heißt, dass bei ihrer Hochzeit "die Instrumente ertönten". Cäcilia war eine reiche Patriziertochter aus einem alten römischen Adelsgeschlecht, die heimlich Christin geworden war. Von den Eltern wurde sie gezwungen, einen jungen Heiden, der ebenfalls aus einem angesehenen und ver-mögenden Hause stammte, zu heiraten. Als Valerian, so hieß ihr Gemahl, Christ geworden war, standen die beiden jungen Eheleute gefangenen Christen bei, die sie in den Kerkern besuchten (- sie bestachen die Gefängniswächter). Heimlich begruben sie die Hingerichteten. Da für die Ergreifung von Christen Prämien ausgesetzt waren, stießen die Häscher auf der Suche nach reichen Christen und deren Besitztümern auf Cäcilia, die Tochter vermögender Eltern. Die junge Frau wurde gefangengenommen und enthauptet (Römische Bürger durften "nur" durch Enthauptung gewaltsam sterben). Da der Henker Cäcilias Haupt nicht mit einem Hieb vom Leib trennen konnte, wurde die einfach liegen gelassene junge Märtyrin mit ihrer tödlichen Verletzung in ihr Haus zurückgebracht, wo sie noch drei Tage, von Schmerzen gepeinigt, lebte. Am 22.November 230 hauchte sie ihr junges Leben aus. Über dem Haus der Märtyrin wurde später die Kirche Santa Cecilia errichtet. Als man 1595 den Sarg öffnete, wurde Cäcilias Leichnam noch so vorgefunden, wie man ihn viele Jahrhunderte vorher bestattet hatte. Zur Patronin der Musik, der Musiker, der Musikinstrumente-Bauer, Orgelbauer und Sänger wurde die Heilige auserwählt, weil es in einem Bericht heißt, dass bei ihrer Hochzeit „die Geigen sangen und Saitenspiel erklang“. Die Legende machte Cäcilia zur Erfinderin der Orgel. Bauernregeln: "Fliegen die Bienen um Cäcilia, ist's nächste Jahr ein Hungerjahr." "Wenn's um Cäcilien regnet und frostet, dies der Saat das Leben kostet."