Der Heiligenkalender

Dieser Kalender bietet allen die Möglichkeit, etwas über ihren Namen und die dazugehörigen Heiligen oder Seligen zu erfahren. Hier finden sich Geschichten zu mehr als 1.800 Glaubensvorbildern. Es kann auch umgekehrt nach einem Datum gesucht werden, um die Namenspatrone eines bestimmten Tages zu erfahren. Autor der in der Datenbank vorliegenden Texte ist Mag. Josef Christian Kametler

Datum ausschliessen
Land: Europa Deutschland Thüringen

17.11.

Gertrud

Gertrud die Große, wie die Mystikerin allgemein genannt wird, kam 1256 in der späteren Lutherstadt Eisleben zur Welt. Die Eltern gaben sie schon als kleines Mädchen zur Ausbildung und Erziehung in das Kloster der Zisterzienserinnen zu Helfta in Thüringen, das damals als das führende Frauenkloster in Deutschland angesehen wurde. Das Mädchen fühlte sich hier glücklich, und als sie alt genug war, wurde sie selber Nonne. Mit 25 Jahren hatte sie die erste Christusvision. Von da an erlebte sie bis zu ihrem Tode mystische Schauen, deren Inhalt sie selber niederschrieb. Aber trotz ihrer Begnadigung zog sie jederzeit auch den kleinsten Dienst der Nächstenliebe mystischer Betrachtung vor. Besondere Verehrung genießt die Theologin und Schriftstellerin in den spanisch sprechenden Ländern Lateinamerikas. Sie ist u.a. Patronin von Peru. + 13.11.1302. Bauernregel: "Tummeln sich an Gertrud noch Haselmäuse, dann ist's noch weit mit des Winters Eise."

19.11.

Elisabeth (Bettina, Tina, Lisa, Lisbeth, Else, Elisa, Ilse, Sissy, Isabel, Elsbeth, Betty)

Elisabeth von Thüringen gehört zu den liebenswertesten Heiligengestalten des Mittel-alters. Sie war eine ungarische Prinzessin, die schon als Kind an den thüringischen Hof gekommen war. Mit 14 Jahren wurde sie mit dem Thronfolger, Landgraf Ludwig IV., vermählt. Die Ehe, der drei Kinder entsprossen, wurde überaus glücklich. Die junge Landgräfin praktizierte selbstlose Nächstenliebe. Die Legende erzählt vom bekannten Rosenwunder: Als Elisabeth wieder einmal Lebensmittel für die Bedürftigen von der Wartburg nach Eisenach bringen wollte, begegnete ihr der missliebige Schwager, der ihr Almosenausteilen scharf ablehnte. Als er fragte, was sie im Korb verborgen halte, ant-wortete sie: "Rosen!" - und siehe da! - Als sie den Korb herzeigte, waren auch wirklich Rosen drin! - Gerade weil sich die Landgräfin persönlich um das Wohl ihrer Landeskinder kümmerte, wurde sie ständig von der Hofgesellschaft angegriffen. Als sie während der verheerenden Hungerjahre 1225/1226 Geld aus der Staatskasse dazu verwendete, um wenigstens die größte Not im Lande zu lindern und einen großen Teil der auf der Burg gehorteten Lebensmittel-Vorräte herschenkte, wurde sie als Verschwenderin beschimpft, die sogar die Existenz des Hofes gefährde. Nur ihr Ehemann unterstützte sie. Er soll einmal gesagt haben: "Wenn sie mir nur nicht die Wartburg herschenkt, bin ich schon zufrieden!". Doch der Gatte kam nach sechs kurzen Ehejahren von einem Kreuzzug nicht mehr zurück. Auf Befehl des Schwagers musste die junge Witwe nun mit ihren drei unmündigen Kindern die Wartburg und Eisenach völlig mittellos verlassen. Als dann doch noch eine recht dürftige Abfindung ausbezahlt wurde, errichtete Elisabeth damit in Marburg an der Lahn (Hessen) ein Spital, in dem sie Kranke pflegte, die sonst niemand aufnehmen wollte. In völliger Selbstaufgabe widmete sie sich in den ihr noch verbleibenden drei Jahren Werken der Nächstenliebe. Sie starb am 17.November 1231, 24 Jahre alt, am 19.November wurde die selbstlose Wohltäterin, die nur für die Anderen gelebt hatte, im Franziskus-Hospital in Marburg, das sie ja selbst gegründet hatte, beigesetzt. Bereits vier Jahre später wurde sie heilig gesprochen. Die große Wohltäterin ist Patronin von Thüringen und Hessen, der Caritas, des Deutschen Ordens, der Witwen und Waisen, der Bettler, Notleidenden und Kranken sowie der unschuldig Verfolgten Bauernregel: "Sankt Elisabeth zeigt an, was der Winter für ein Mann."

StadtEisenach Marburg
BesonderheitenSozialengagement

19.11.

Mechthild

Mechthild von Hackeborn war die künstlerisch außergewöhnlich begabte Leiterin der Klosterschule Helfta in Thüringen. Ihre Mitschwestern zeichneten heimlich ihre mystischen Visionen auf. + 19.11.1299.

BesonderheitenMystikerin Künstlerin

27.11.

Bilhild (Brunhild)

Bilhild (Brunhild), Herzogin in Thüringen, bekehrte ihren Gatten zum Christentum und bereitete damit den Weg für die Christianisierung Thüringens vor. Nach dem Tode des Herzogs trat sie in das von ihr selbst gegründete Kloster Altenmünster ein. + um 734..

Datum: 22.05.

22.05.

Emil (Aemilius)

Emil (Aemilius) war ein Christ in Karthago. Als man ihn folterte, verleugnete er, weil er die Schmerzen nicht mehr ertragen konnte, seinen Glauben und wurde freigelassen. Als er sich danach aber wieder zum Christentum bekannte, starb er um 250 auf dem Scheiterhaufen. Über sein Martyrium gibt es einen zeitgenössischen Bericht.

LandAfrika
BesonderheitenMärtyrer

22.05.

Julia

Julia von Karthago, eine der in Italien am meisten verehrten Heiligen, war der Über-lieferung nach als Sklavin von Karthago (Nordafrika) auf die Insel Korsika verkauft worden. Unter Kaiser Decius (249-251), der die erste das ganze Römische Reich umfassende Christenverfolgung angeordnet hatte, wurde das christliche Sklavenmädchen verhaftet, gefoltert und - wie ihr Meister - ans Kreuz geschlagen. + um 250. Julia ist Patronin der Insel Korsika sowie von Brescia, Bergamo und Livorno. Historischer Exkurs Sklaven bekannten sich in der Frühzeit besonders häufig zum Christentum, da Jesus verkündet hatte: "Vor Gott sind alle Menschen gleich." Doch wurden sie auch besonders häufig Opfer der Christenverfolger, da sich deren Grausamkeit und die Sensationsgier der zuschauenden Menge an den rechtlosen Menschen besonders austoben konnten.

LandAfrika
BesonderheitenMärtyrerin

22.05.

Konstantin

Konstantin, römischer Kaiser, + 22.5.337, siehe 21.5.

22.05.

Ortwin

Ortwin Grotius (van Groes) war ein angesehener Theologe und Humanist aus den Niederlanden. + 22.5.1542.

22.05.

Renate

Renate von Bayern, + 22./23.5. 1602, siehe 23.5.

22.05.

Rita

Rita von Cascia, um 1380 in der Nähe von Spoleto in Umbrien geboren, wurde gegen ihren Willen von den Eltern verheiratet. In der Ehe mit dem rohen und brutalen Mann, der sie oft misshandelte, musste sie ein Martyrium erdulden. Nach 18 Jahren Ehehölle wurde ihr Mann von einem seiner zahlreichen Feinde ermordet. Die beiden Söhne schworen Blutrache. In ihrer Verzweiflung betete die Mutter zu Gott, er möge ihre Söhne lieber sterben als zu Mördern werden lassen. Innerhalb kurzer Zeit kamen die beiden jungen Männer ums Leben. Nach diesen Schicksalsschlägen bat Rita in Cascia im Alter von etwa 33 Jahren bei den Augustiner-Eremitinnen um Aufnahme. Im Jahr 1443 empfing die Ordensfrau, die besonders innig den gekreuzigten Heiland anbetete, während einer Vision die Wundmale der Dornenkrone, die sich für ihr ganzes Leben auf ihrem Haupt einprägten. + 22.5.1437. - Rita ist Schutzheilige bei schweren Prüfungen, in aussichtlosen Situationen und gegen Pocken.