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Der Heiligenkalender

Dieser Kalender bietet allen die Möglichkeit, etwas über ihren Namen und die dazugehörigen Heiligen oder Seligen zu erfahren. Hier finden sich Geschichten zu mehr als 1.800 Glaubensvorbildern. Es kann auch umgekehrt nach einem Datum gesucht werden, um die Namenspatrone eines bestimmten Tages zu erfahren. Autor der in der Datenbank vorliegenden Texte ist Mag. Josef Christian Kametler

Datum ausschliessen
Land: Europa England Deutschland

05.06.

Winfried Bonifatius (Bonifaz)

Winfried Bonifatius, ein angelsächsischer Mönch, kam 716 mit einigen Gefährten auf das europäische Festland, um die Westgermanen für den christlichen Glauben zu gewinnen. Der "Apostel der Deutschen", wie er später genannt wurde, reiste 1718 nach Rom, wo ihm der Papst offiziell den Auftrag erteilte, bei den Thüringern zu missionieren. Bonifatius, wie Winfried nun hieß - der Papst hatte ihm den Namen jenes Heiligen gegeben, dessen Fest gerade, d.h. am 14. Mai, gefeiert wurde - missionierte nun erfolgreich bei den Thüringern, Hessen, Mainfranken und Bayern, gründete Pfarren, Kirchen, Klöster und Bistümer und wurde selbst 746 zum Bischof von Mainz ernannt. - Eines Tages kam der Glaubensbote in das hessische Dorf Geismar, wo die Germanen eine uralte Eiche verehrten, die ihrem Gott Donar geweiht war. Bonifatius nahm eine Axt und fällte den heiligen Baum. Die herbeigeeilten Einheimischen erwarteten jeden Augenblick, dass Gott Donar selber eingreifen würde. Da jedoch nichts geschah, so heißt es in der Über-lieferung, kamen die Zuschauer allmählich zur Ansicht, der Gott des Fremden müsse stärker sein als ihrer, und so ließen sich viele taufen. - Auf seiner letzten Missionsreise, Bonifatius war schon 80 Jahre alt, kam er 754 mit 52 Gefährten nach Friesland. Bei Dokkum (NL) wurde er von heidnischen Friesen überfallen und ermordet. Seine sterbli-chen Überreste wurden im Kloster Fulda, seiner Lieblingsgründung, beigesetzt. + 5.6.754. Historischer Exkurs Dass gerade Engländer im späteren Deutschland so erfolgreich das Evangelium verkünden konnten, hatte den Grund, dass die Angeln und Sachsen aus Nordwestdeutschland, dem heutigen Niedersachsen und Schleswig-Holstein auf die Britischen Inseln ausgewandert waren und daher die Sprache der (späteren) Deutschen zwischen Rhein und Elbe gut verstanden.

StandBischof
StadtFulda
BesonderheitenGewaltopfer

07.07.

Willibald

Willibald von Eichstätt, kam im Jahre 720 aus England und wollte mit seinem Vater Richard (siehe 7.2.) eine Pilgerfahrt ins Heilige Land unternehmen. Der Vater starb unter-wegs, und so pilgerte Willibald allein nach Jerusalem. Dann kehrte er nach Rom zurück. Jahrelang arbeitete er am Wiederaufbau des berühmten, aber völlig verwahrlosten Klosters auf dem Monte Cassino mit. 739 beauftragte ihn Papst Gregor III., nach Germanien zu gehen, um Winfried Bonifatius (siehe 5.6.) bei seiner Missionsarbeit zu unterstützen. Dieser sandte Willibald nach Eichstätt in den bayrisch-fränkischen Grenzraum und weihte ihn 741 zum Bischof. Äußerst segensreich wirkte der Angelsachse für sein junges Bistum und ließ in der Bischofsstadt Eichstätt den "Ur-Dom" errichten. In Heidenheim gründete er die später berühmt gewordene Frauenabtei , in der er seine Schwester Walpurga, die ihn bei der Missionsarbeit unterstützte, als erste Äbtissin einsetzte. Am 7. Juli 787 starb Bischof Willibald. Vor seinem Tode hatte er noch einer Nonne die Geschichte seines Lebens diktiert.

StandBischof
StadtEichstätt

13.08.

Wigbert (Wibke)

Wigbert war ein Angelsachse, der dem Ruf von Winfried Bonifatius gefolgt und als Missionar in Hessen und Thüringen tätig war. Er wurde der erste Abt des 732 gegründeten Klosters Fritzlar in Hessen. + 13.8.780. (

04.09.

Suitbert (Swidbert)

Suitbert (Swidbert) gehörte zu jenen Benediktinermönchen, die im Jahr 690 als Missionare aus Britannien an den Niederrhein gekommen waren. Seine Missionserfolge in Westfalen wurden durch die Sachseneinfälle zunichte gemacht. Resignierend zog er sich zurück und errichtete auf der Rheininsel Kaiserwerth bei Düsseldorf ein Kloster. Hier starb er am 1.März 713.

28.09.

Lioba (Liobgyth)

Lioba (Liobgyth) folgte zu Beginn des 8. Jhdts dem Ruf des angelsächsischen Missionars Winfried Bonifatius (siehe 5.6.), um ihn bei der Missionierung der Festlandgermanen zu unterstützen. 735 wurde sie zur Äbtissin des neugegründeten Klosters zu Tauberbischofsheim bestellt. Sie war hochgebildet und wirkte bald als hervorragende Lehrerin und Erzieherin unter der mainfränkischen Bevölkerung. Die Missionarin aus England starb am 28.September 782 auf einer ihrer zahlreichen Visitationsreisen.

StadtTauberbischofsheim

03.10.

Ewald

Ewald sollen angeblich zwei "Brüder" - gemeint sind wohl Klosterbrüder - geheißen haben, man nannte sie nach ihrer Haarfarbe den weißen und den schwarzen Ewald. Sie waren Ende des 7.Jhdts aus England nach Nordwestdeutschland gekommen, um bei den stammesverwandten Sachsen das Evangelium zu verkünden. Die Missionare sahen sich aber bald vor unüberwindliche Schwierigkeiten gestellt! Sie wurden von der Bevölkerung abgelehnt und bedroht. Doch die beiden ließen sich durch alle Drohungen nicht entmuti-gen und verkündeten voller Begeisterung das Wort Gottes. Als die "fremden Männer" wieder einmal predigten, wurden sie überfallen, schwer misshandelt und schließlich ermordet. Es war im Jahr 695. Jahrhunderte später, am 3. Oktober 1074 wurden die Gebeine der beiden Märtyrer durch Erzbischof Anno von Köln erhoben und in der Kirche St. Kunibert in Köln beigesetzt.

16.10.

Lullus

Lullus, der um 737 aus England gekommen war, wurde der erste Erzbischof von Mainz. + 16.10.786.

13.12.

Edburga (Edda)

Edburga (Edda) war die hochgebildete Äbtissin von Minster (GB). Sie unterstützte (auch finanziell) das Missionswerk des Winfried Bonifatius in Deutschland. + 751

Datum: 17.07.

17.07.

Alexius (Alex, Alexis, Alexej)

Alexius von Edessa floh an seinem Hochzeitstag von zu Hause. Nach einem entbehrungs-reichen Leben kam er nach langer Zeit in seine Heimat zurück und hauste viele Jahre unerkannt als Bettler unter den Stufen seines vornehmen Elternhauses. Dies soll sich im 5.Jhdt zugetragen haben.

17.07.

Clemens (Klemens)

Clemens der Bulgare war vermutlich Slawe und stammte aus Mazedonien. Er begleitete die Slawenapostel Cyrill und Methodius (14.2) nach Böhmen und Mähren .Von dort wurde er 885 vertrieben, ging zurück nach Bulgarien und Mazedonien, wo er im Auftrag von Fürst Boris (siehe 2. Mai) als Missionar und Volkserzieher tätig war und zum ersten slawischen Bischof des Landes ernannt wurde. + 916

17.07.

Donata

Donata und Gefährten, Märtyrer zu Scillium (nahe Karthago) im heutigen Tunesien, starben am 17.7.180. Die noch erhaltenen Prozessakten sind die ältesten Zeugnisse der nord-afrikanischen Kirche.

BesonderheitenMärtyrerin

17.07.

Gabriella (Gabriela, Gabrielle, Gabriele), Charlotte (Carlotta), Angelika (Angélique), Marianne (Marie-Anne)

Gabriella Croissy, Charlotte Thouret, Angelika (Angélique) Roussell und 13 Gefährtinnen mussten als Märtyrinnen der Französischen Revolution zu Compiègne ihr Leben lassen. Die Karmelitinnen von Compiègne waren schon zu Beginn der Verfolgungen aus ihrem Kloster vertrieben worden und lebten nun versteckt in kleineren Gruppen zusammen. Am 22.Juni 1794, während der Zeit der Schreckensherrschaft ("La Grande Terreur") unter der Führung von Maximilien Robespierre, wurden 16 Schwestern aufgegriffen, verhaftet und in Ketten (!) gelegt, dann plötzlich nach Paris überstellt. Die Hände auf den Rücken gebunden, wurden die Ordensfrauen auf harte Pferdewagen geworfen und auf der Fahrt in die Hauptstadt von den bewaffneten Begleitern pausenlos schikaniert. Im Pariser Gefängnis litten sie unter Hunger und Durst und mussten die täglichen Quälereien der sadistischen Bewacher über sich ergehen lassen. Von einem Revolutionstribunal wurden sie am 17. Juli 1794 zum Tode ver-urteilt und noch am selben Tag durch das Schafott hingerichtet; Auf dem Blutgerüst beteten die Ordensfrauen gemeinsam, erneuerten Taufgelöbnis und Ordensgelübde. Dann mussten sie, eine nach der anderen, ihr Haupt unter das Fallbeil legen.

BesonderheitenMärtyrerin

17.07.

Koloman,

Koloman, irischer Pilger, + 17.7.1012 siehe 13.10.

17.07.

Marina

Marina von Bithynien wurde (im 5. Jhdt) als Knabe verkleidet vom Vater ins Kloster mit-genommen. Als man sie der Vaterschaft eines unehelichen Kindes beschuldigte, nahm sie die ungerechte Bestrafung mit Demut hin. Erst nach ihrem Tod erfuhr man ihr wahres Geschlecht.